Comic Kritiken

Kritik – Batman: Der letzte Ritter auf Erden

Batman: Der letzte Ritter auf Erden ist die neueste Story von Scott Snyder (Justice League, Batman Metal) und Greg Capullo (Batman – Der Rat der Eulen, Spawn). Die dystopische Story dient dabei als eine Art Schlussstrich für den Charakter, den das Kreativteam seit dem Start der New 52 vor fast einem Jahrzehnt immer wieder betreut hat. Das DC Black Label bietet dafür die ideale Grundlage. Eine düstere Zukunfts-Vision Batmans, welche ungeahnte Bezüge auf die Vergangenheit der Fledermaus wirft. In meiner Kritik erfahrt Ihr, wieso Ihr Euch die Story auf keinen Fall entgehen lassen solltet!

Batman: Der letzte Ritter auf Erden ?

Bruce Wayne erwacht im Arkham Asylum. Sichtlich verwirrt, erklären ihm die Ärzte, dass er lange außer Gefecht gewesen sei, was auch seinen Sprachfehler erklärt. Dann jedoch der Schock – er soll alles nur geträumt haben! War er nie Batman? Auch als sein Butler Alfred ihn begrüßt, kann er seine Gedanken noch nicht ordnen. Was geht hier vor sich? Er befindet sich in einer Art Post-Apokalypse. Wieso der Joker nur noch aus einem Kopf besteht? So viel sei an dieser Stelle verraten – So verrückt wie hier, war der Clownprinz schon lange nicht mehr! Auf seiner Reise durch die „neue Welt“ muss sich der dunkle Ritter so manchen Gefahren stellen. Doch auch einige, bekannte Gesichter kreuzen seinen Weg. Können Wonder Woman, Flash oder Superman ihm erklären, was hier vor sich geht?

Batman: Der letzte Ritter auf Erden kann problemlos ohne Vorwissen gelesen werden. Dennoch empfiehlt es sich, die Batman-Geschichte von Scott Snyder und Greg Capullo zu kennen. Grundwissen über das DC Universum sollte ohnehin vorhanden sein, wenngleich es keine Pflicht darstellt. Es würde lediglich dazu beitragen, einige Dinge besser zu verstehen. Auch wenn die hier vorliegende Geschichte eigenständig gesehen werden kann (was eine Veröffentlichung über das Black Label imprint – u.a. Der Weisse Ritter von Sean Murphy – bekräftigt), verabschieden sich die kreativen Köpfe hier von „ihrem Batman„. Es sollte daher nicht verwundern, dass hier einiges an Input der vergangenen Jahre einfließt.

Geteilt in mehrere Kapitel, bietet das 188 Seiten starke Paperback die komplette Geschichte, welche in den USA verteilt auf 3 Ausgaben erschien. Das erfreute mich vor allem deshalb, weil Der letzte Ritter sich am Stück extrem gut entfaltet. Ab der ersten Seite ist die Geschichte spannend und kurzweilig.

Batman erwacht im Arkham Asylum - alles nur ein Traum?
War etwa alles nur ein Traum? (Bild: Panini Comics)

Dystopische Kreativität

Der letzte Ritter auf Erden ist eines dieser Comics, welche nicht nur eine spannende und kurzweilige Story haben, sondern auch noch verdammt gut aussehen. Greg Capullo gehört ohne jeden Zweifel zu meinen liebsten Zeichnern. Einen großen Teil dazu beigetragen, hat seine Art Batman und seine Welt zu zeichnen. In der vorliegenden Geschichte übertrifft er sich zum Teil selbst. Grund dafür ist aber vor allem die hervorragende Kombination aus seinen Zeichnungen, den Inks von Jonathan Glapion und der Farbgestaltung von FCO Plascencia. Die Bilder welche die Drei hier zusammen kreiert haben, erzeugen eine wunderbare und authentische Atmosphäre. Die Dynamik innerhalb der Erzählung, spiegelt sich auch in den Illustrationen wieder. So gibt es neben den gewohnt dunklen Szenen auch viele, welche geradezu eine Art von Hoffnung versprühen – großartig!

Egal ob wir uns gerade im Arkham Asylum befinden, die Wüste durchqueren oder in einem dystopischen Gotham gegen fiese Gegner kämpfen. Capullo weiß einfach, wie er die Welt des dunklen Ritters und seiner Mitstreiter optisch einfangen kann. Nach rund 10 Jahren mit jenen Charakteren auch kein Wunder. So sind es vor allem die Kämpfe, welche regelrecht choreographiert wirken und an packender Inszenierung kaum noch zu überbieten sind. Egal ob wir gerade der Bat-Family im Kampf zusehen oder uns auf den Hintergrund konzentrieren. Es gibt überall etwas zu sehen – der Teufel steckt im Detail. Ich bin mir sicher, Der letzte Ritter auf Erden versteckt auch für künftige Lesungen noch einige, kleine Details.

In Batman - Der Letzte Ritter auf Erden ist der Joker...Körperlos?
Der Joker hat seine besten Tage auch schon hinter sich (Bild: Panini Comics)

Der Feind ist näher, als man denkt!

Ich habe mich wirklich lange auf die Geschichte gefreut. Spätestens seit der Ankündigung, dass Der letzte Ritter auf Erden die letzte Batman Geschichte von Scott Snyder und Greg Capullo werden soll. Nun, mindestens eine wird mit Batman Death Metal noch folgen. Doch die vorliegende bildet ohne Zweifel einen Abschluss einer Story, welche vor fast 10 Jahren ihren Ursprung hatte. Freut man sich so lange auf ein Comic, kann man in den meisten Fällen nur enttäuscht werden. Tatsächlich aber, bietet die Geschichte kaum einen Grund zur Kritik. Alles folgt einer roten Linie, optisch ist das Comic ein klarer Genuss (Vorausgesetzt natürlich, Capullos Stil sagt einem zu) und darüber hinaus, halten skurrile Ideen seitens Snyder eine hervorragende Dynamik. Lediglich das verschenkte Potential bezüglich einzelner Story-Stränge ist ein kleiner Wehrmutstropfen. Eine Rückkehr an Crime Alley – dem Ort, an welchem Waynes Eltern starben – mit viel Potential, welches nicht genutzt wird.

Anders als üblich, bekämpft Batman hier keinen großen Superschurken. Er hat auch keinen Fall, welcher aufgeklärt werden muss. Vielmehr befindet er sich auf der Suche nach Antworten. Wie kommt er hier her? Was hat er in seiner Abwesenheit alles verpasst? Fragen, welche auch seine Freunde Ihm nicht gänzlich beantworten können.

Aber wo ein dunkler Ritter, da ist ein Superschurke natürlich nicht weit weg. Snyder ließ es sich nicht nehmen, der Elite eben jener noch mal einen Auftritt zu spendieren. An der Spitze der Nahrungskette steht jedoch eine neue Bedrohung – Omega! Eine Tatsache, der sich auch Batman schnell klar werden muss. Wer ist der Fremde, der die Leute um sich herum kontrolliert? Das müsst Ihr schon selbst herausfinden. Fest steht, wem die Knightmare Szene aus Batman v Superman gefallen hat, der wird hier vereinzelt sicherlich auch seinen Spaß finden.

Bane und Scarecrow sind auch Teil der Geschichte
Zwei der bekanntesten Gegner dürfen natürlich auch nicht fehlen – Bane und Scarecrow (Bild: Panini Comics)

Der letzte Ritter auf Erden – Das Fazit:

Batman: Der letzte Ritter auf Erden ist nicht nur eine großartige Story eines kreativen Dreamteams. Sie ist auch ein Beweis dafür, weshalb das DC Black Label definitiv einen Blick wert ist. Wir begleiten hier einen Batman, welcher auf der Suche nach Antworten so manche Gefahr bestehen muss. Während seine Vergangenheit ihn langsam einholt, drängen auf der anderen Seite neue Gefahren auf ihn und seine Mitstreiter zu. Ist er den Gefahren der Dystopie gewachsen? Greg Capullos Zeichnungen sind ein Genuss und bilden zusammen mit Scott Snyders Erzählung die Grundlage, für eine spannende und kurzweilige Endzeit-Story, mit diversen Twists. Kritikpunkte gibt es kaum welche und wenn, dann muss man schon danach suchen. Ich bin mir relativ sicher, dass diese Geschichte in einigen Jahren als moderner Klassiker angesehen wird. Verpassen solltet Ihr das auf keinen Fall!

  • Erstveröffentlichung: 26.05.20
  • Autor: Scott Snyder
  • Zeichner: Greg Capullo
  • Seiten: 188
  • Preis: 20€
  • Format: Softcover/Hardcover
  • Verlag: Panini Verlag

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