Comic Kritiken

Kritik – Joker: Killer Smile – Jeff Lemires neuer Geniestreich!

Joker: Killer Smile ist das neueste Werk des kreativen Dreamteams, bestehend aus Star-Autor Jeff Lemire und Zeichner Andrea Sorrentino (beide u.a. Gideon Falls). Für das DC Black Label haben die Beiden sich den Joker zur Brust genommen. Hart, düster und mit einer Menge Spannung präsentiert uns das Zweiergespann einen knallharten Psychothriller, welcher für ordentlich Puls sorgt. Worum es geht, weshalb Ihr Euch den Titel nicht entgehen lassen solltet und mehr, lest Ihr in meiner Kritik.

Dr. Ben Arnell hat sich ein ganz besonderes Projekt ausgesucht. Seit einer Weile arbeitet er im Arkham Asylum daran, den Joker zu heilen. Mit einer Gesprächstherapie will er in das Innerste von Batmans Erzfeind eindringen und ihn so zu einem besseren Menschen machen. Schnell merkt er, dass Wahnsinn und Psychosen genauso zum Clown gehören, wie seine manipulative und zerstörerische Art. Woher weiß er wie seine Familie heißt? Wer ist der seltsame Fremde, der es auf jene abgesehen hat? Und wieso braucht Bruce Wayne eine Therapie? Das alles erfahrt Ihr im abgeschlossenen Hardcover, welches seit dem 02.02.2021 im Handel erhältlich ist.

Der Joker sitzt im Arkham Asylum ... mit einem Killer Smile im Gesicht! (Bild: Panini Verlag/Renes Nerd Cave)
Der Joker ist in seinem zweiten Wohnzimmer – dem Arkham Asylum! (Bild: Panini Verlag/Renes Nerd Cave)

Den Joker heilen? Das klingt wenig intuitiv. Bereits in Batman: Der Weisse Ritter (Hiergeht es zu meiner Kritik) sowie Harleen ging es darum, dass der fiese Clown geheilt werden sollte. Die beiden Black Label Titel zeigten dabei schon sehr schön, in was für eine Richtung sich solch ein Vorhaben entwickeln kann. Mit Joker:Killer Smile setzt Autor und Eisner Award Gewinner Jeff Lemire aber nochmal einen oben drauf. Denn hier wird nicht nur an der Oberfläche gekratzt. Die Frage nach dem Sinn hinter der menschlichen Faszination an Finsternis und Wahnsinn, wird sich Lemire dabei mindestens genauso oft gestellt haben, wie der Leser dieser Story.

Mister Grins und Doktor Traurig

Joker: Killer Smile ist eine Story, welche unter die Haut geht. Wir begeben uns in eine Spirale aus Drama, Furcht und Wahnsinn, welche sich mit jeder Seite die wir lesen enger zuspitzt. Der Zerfall eines funktionierenden Geistes, aufgrund einer krankhaften Obsession. Harter Tobak, der durchaus Geschmackssache ist. Lemire beweist dabei einmal mehr, dass ihm das Surreale, das Düstere und allen voran das Spannende liegt. Denn die Geschichte nicht in einem Rutsch zu lesen, erscheint mir wahrhaftig wahnsinnig!

Zu spannend ist das Geschehen. Ein Grund dafür, findet sich auf der optischen Seite des DC Comics. Bereits in ihrer gemeinsamen Reihe Gideon Falls sowie am Marvel-Titel Old Man Logan hat Andrea Sorrentino bewiesen, dass er die Geschichten Lemires bebildern kann, wie kein Zweiter. So besticht er auch diesmal mit extrem stimmigen Zeichnungen, welche eine einmalige Atmosphäre kreieren. Nicht selten fühlte ich mich an den Horror von Gideon Falls erinnert. Da ich großer Fan jener Reihe bin, hat mich das wenig gestört und es passt einfach wie die Faust aufs Auge. Besonderes Augenmerk kann man dabei auf die dynamischen und ansprechenden Layouts der Seiten, sowie der überaus gelungenen Farbgebung (von Jordie Bellaire) des Titels legen – ein Genuss für die Augen!

Smile Killer, Smile…

Der Plot erfindet das Rad keinesfalls neu und viele werden sich denken, „nicht schon wieder eine Joker-Story„. Tatsächlich kann ich aber nichts finden, dass mir im Bezug auf Joker: Killer Smile negativ aufgefallen ist. Von Anfang an beginnt der Sog nach uns zu greifen. Der Verlauf der Geschichte ist nicht nur spannend und hält diverse Überraschungen bereit, er ist dazu überaus clever geschrieben. Wer glaubt eine Idee zu haben wo das Geschehen hinführt, der wird schon wenige Seiten später eines besseren belehrt.

Andrea Sorrentinos Zeichnungen in Joker: Killer Smile erinnern dank cleverer Layouts nicht selten an Gideon Falls! (Bild: Panini Verlag/Renes Nerd Cave)
Sorrentinos clevere Layouts wissen zu überzeugen! (Bild: Panini Verlag/Renes Nerd Cave)

Neben Killer Smile, findet sich im Hardcover mit DC Black Label typischen Überformat, auch das One-Shot Batman: The Smile Killer. Dort erfahren wir einiges über Bruce Wayne und stellen gar infrage, ob der Dunkle Ritter jemals existiert hat. Auch hier reisen wir bis an die Grenzen der Psyche und müssen mit ansehen, wie ein gestandener Held von der Macht des Wahnsinns befallen wird. Was ist gut, was ist böse? Batman kann uns nicht helfen…

Das Fazit:

Joker: Killer Smile ist eine dieser Stories, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Nicht nur, dass das Duo hinter der Story eines der besten ist, dass aktuell in der Welt der Comics aktiv ist. Der wahrhaftige Wahnsinn, der obsessive Drang nach Vollkommenheit und die Dramatik dessen, fesseln die Augen an das Buch. Kurzweilig, spannend und mit einer zum schneiden dichten Atmosphäre, brennt sich das Geschehen in die Gedanken der Leser. Nicht selten haben mich Dialoge an den Joker Kinofilm (Kritik? HIER!) mit Joaquin Phoenix erinnert. Dieser transportiert eine ähnlich bedrückende Atmosphäre. Mit dem Smile Killer One-Shot wird eine kurzweilige Erweiterung der Hauptstory hinzugefügt, welche interessante Perspektiven mit sich bringt. Auch wenn der Clownprinz in den letzten Jahren sehr omnipräsent vertreten war, sind es genau diese Stories, welche ihm zu anhaltender Beliebtheit verhelfen. Lemire und Sorrentino treffen voll ins Schwarze!

  • Erstveröffentlichung: 02.02.2021
  • Autor: Jeff Lemire
  • Zeichnungen/Farben: Andrea Sorrentino/Jordie Bellaire
  • Preis: 29€ (35€ Variant)
  • Seiten: 156
  • Format: Hardcover
  • Genre: Superhelden/Drama/Thriller
  • Verlag: Panini Verlag

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