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Kritik – Birds of Prey: Das Kartell der Teufelsbräute – Azzarello, Black Label

Birds of Prey: Das Kartell der Teufelsbräute ist eine eigenständige Story von Star-Autor Brian Azzarello (Batman Damned, 100 Bullets) innerhalb des DC Black Label. Die Birds bekommen es mit einer fiesen Truppe zu tun, die in Gotham City für Unheil sorgt. Was der Joker damit zu tun hat, worum es geht und wie mir der Band gefallen hat, lest Ihr hier.

Harley Quinn hat sich vor einer Weile vom Joker getrennt und hat seitdem Stress mit dem Clown. So wirklich weiß sie nicht, wohin es sie treibt. Sie entschließt fortan als richtige Heldin agieren zu wollen. Klingt verrückt, aber so kennt man die quirlige Gestalt ja am besten. Womöglich ist die Idee aber gar nicht so schlecht. Denn die Birds of Prey, bestehend aus Huntress, Black Canary und Renee Montoya, haben eine große Gefahr vor Augen – Das Kartell der Teufelsbräute. Können die Vier im Kampf gegen das fiese Drogenkartell, welches Gotham City infiltriert, die Oberhand gewinnen?

Blickt man auf die bisherige Bibliothek von Brian Azzarello, klingt eine Geschichte über die Birds of Prey eher ungewöhnlich. Der US-Amerikaner wurde vor allem durch seine mit dem Eisner Award ausgezeichnete Pulp-Crime-Reihe 100 Bullets bekannt. Doch auch im Bereich der Superhelden schreibt er seit vielen Jahren regelmäßig atmosphärische und kompromisslose Stories, welche nicht selten zu großen Hits werden. Nun beehrt uns Azzarello bereits mit seiner zweiten Story für das DC Black Label, nach Batman Damned. Tatsächlich brauchte es etwas, ehe ich den Stil des Autors herausgelesen habe. Sobald sich das Kartell zeigt und die Geschichte an Fahrt aufnimmt, kommt dieser aber immer mehr zur Geltung.

Das Kartell der Teufelsbräute hält die Birds of Prey in atem... (Bild: Renes Nerd Cave/Panini Verlag)
Das Kartell der Teufelsbräute (Bild: Renes Nerd Cave/Panini Verlag)

Birds of Prey – gemeinsam unabhängig

Die Gruppe rund um die (Anti) Heldinnen ist in der langen Historie von DC Comics noch relativ jung. Den ersten Auftritt hatten sie 1996. Damals bestand das Team nur aus Barbara Gordon, welche damals als Oracle aktiv war und Black Canary. Geschrieben von Chuck Dixon, wuchs die Beliebtheit der Reihe und so erschienen seitdem regelmäßig neue Abentuer. Das Team selbst variierte in dieser Zeit gelegentlich. Letztes Jahr schafften es die Birds sogar ins Kino. Auch wenn Harley Quinn dort sehr im Fokus stand, lag die Prämisse auf dem Team, was vor allem in der zweiten Hälfte des Films deutlich wurde.

Mit Das Kartell der Teufelsbräute liegt uns jetzt das neuste Abenteuer der Damen-Truppe vor, welches in sich abgeschlossen und unabhängig ist. Viel Zeit die Charaktere kennenzulernen, bleibt auf den 100 Seiten allerdings nicht. Stattdessen geht es direkt spannend und in bester Thriller-Manier in der Eröffnungs-Sequenz los. Harley ist optisch nahezu 1:1 an die Optik aus Suicide Squad angelehnt. Apropos Optik: Zeichnerin Emanuela Lupacchino (Wonder Woman, Starfire) liefert knackige und für die Story passende Zeichnungen. Dabei ist ein Kontrast zu sehen, sobald Harley auftaucht. Denn während Szenen mit ihr recht bunt gestaltet sind, kommen die Anderen sehr gut mit weniger Farben aus. Ein netter Mix.

Harley Quinn hat es faustdick hinter den Ohren! (Bild: Renes Nerd Cave/Panini Verlag)
Harley Quinn hat es faustdick hinter den Ohren! (Bild: Renes Nerd Cave/Panini Verlag)

Das Fazit:

Birds of Prey: Das Kartell der Teufelsbräute ist eine kurzweilige und durchaus spannende Story. Autor Brian Azzarello schafft es hervorragend, das Team in einer Thriller ähnlichen Inszenierung zu verpacken. Gemessen an seinen erfolgreichen Hits, bleibt diese Story etwas hinter den Erwartungen zurück. Auch das Kartell bleibt leider etwas blass. Gerade in dieser Hinsicht hätte ich gerne mehr Input erhalten. Auf gerade einmal 100 Seiten ist es allerdings schwer einen neuen Gegner einzuführen, sowie jedem Charakter gerecht zu werden. Daher sehe ich diesen Faktor nur zum Teil als Kritik. Schade ist allerdings, dass das Ende sehr abrupt ist und ein wenig unvollkommen wirkt. Trotzdem weiß der DC Black Label Titel zu gefallen. Optisch macht der Titel alles richtig und erzeugt eine angenehme und unbeschwerte Atmosphäre.

Trotz des vergleichsweise harmlosen Looks, besitzt der Titel explizite Gewalt und ist daher eher weniger für Kinder geeignet. Wer die Charaktere ein wenig kennenlernen will oder einfach Lust auf eine unabhängige Geschichte im DC Universum hat, der ist mit 13 Euro hier bestens bedient. Angenehm empfand ich die Tatsache, dass Batman gar nicht und der Joker nur als Silhouette auftritt. An Black Label Hits wie Der Weisse Ritter oder Harleen kommt dieser Titel nicht heran. Dafür fehlt hier einfach das Intuitive, das etwas andere.

  • Erstveröffentlichung: 19.01.21
  • Autor: Brian Azzarello
  • Zeichnerin: Emanuela Lupacchino
  • Preis: 13€
  • Seiten: 100
  • Format: Softcover
  • Genre: Superhelden
  • Verlag: Panini Verlag

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