Comic Kritiken

Kritik – Lois Lane: Reporterin im Fadenkreuz – Greg Rucka & Mike Perkins

Lois Lane ist die Frau von Superman. Ihres Zeichens Star-Reporterin des Daily Planet und weltbekannt. Als sie gerade dabei ist eine Verschwörung aufzudecken, welche bis ins Weiße Haus reicht, macht sie sich mächtige Feinde! „Reporterin im Fadenkreuz“ ist die von US-Lesern gefeierte, zwölfteilige Miniserie von Genre-Experte Greg Rucka und Zeichen-Star Mike Perkins. Panini Comics Deutschland hat die gesamte Reihe am 18.05.2021 in einem Komplettband veröffentlich. Meine Meinung zur Story findet Ihr in der nachfolgenden Kritik. Es wird spannend!

Lois Lane ist die beste Reporterin der Welt. Dass sie sich damit allerhand Gefahren aussetzt, steht an ihrer Tagesordnung. Als sie eines Tages eine Verschwörung verfolgt, welche bis ins weiße Haus reicht, beginnt der Trouble. Als wäre dies nicht genug, wird sie von der Öffentlichkeit mächtig an den Pranger gestellt. Angeblich betrügt sie ihren Ehemann Clark Kent – mit Superman!? Das Glück ist keinesfalls auf ihrer Seite. Ein Geheimnisvoller Killer hat es zu allem Überfluss auf ihr Leben abgesehen. Zum Glück kennt sie Renee Montoya. Das ehemalige Mitglied der Birds of Prey beschützt sie als Gangsterjägerin The Question. Kann Lois die Verschwörungen und Geheimnisse lösen und alledem ein Ende setzen?

Der Bestseller-Autor Greg Rucka ist vielen Fans vor allem für seine atmosphärischen und bodenständigen Krimis bekannt. Eine seiner wohl bekanntesten Veröffentlichungen, dürfte die Gotham Central Reihe sein, welche ihm den Eisner sowie den Harvey Award bescherte. Mit Mike Perkins steht ihm für die uns vorliegende Story ein Künstler zur Seite, der ebenso wie Rucka, den meisten ein Begriff sein dürfte. Serien wie House of M, Captain America von Ed Brubaker oder The Stand (von Stephen King) gehen auf sein Konto.

Lois Lane - eine schillernde Figur zwischen zwei Welten! (Bild: Renes Nerd Cave/Panini Verlag)
Lois Lane über den Dächern von Metropolis (Bild: Renes Nerd Cave/Panini Verlag)

Lois Lane – Detektiv und Reporterin zugleich

In der langen Geschichte von DC Comics gibt es nur wenige Figuren, welche quasi seit Anfang an dabei sind. Eine davon ist die Reporterin Lois Lane. Die Freundin und mittlerweile Ehefrau von Superman, trat bereits 1938 in Action Comics #1 auf. Wer so lange im Business aktiv ist, hat auch schon einiges erlebt. Doch nicht immer ist ein Superheld in der Nähe, der vor Gefahren schützen kann. Während Superman, Batman und Co. im gesamten Multiversum für Ordnung sorgen, kämpft die Reporterin in den USA für Gerechtigkeit. Dabei widmet sie sich voll und ganz ihrer besten Disziplin – dem Enthüllungsjournalismus. Das sie dabei so manchem hohen Tier von den Kopf stößt, weiß auch Ihr Chef im Daily Planet. Damit kommen wir auch direkt zu einer der Stärken des 324 Seiten starken Bandes. Greg Rucka schafft es auf exzellente Art und Weise, die Charaktere greifbar zu gestalten.

Bishin zur letzten Nebenfigur harmonieren allesamt wunderbar und kreieren dadurch eine ganz eigene Atmosphäre und Dynamik. Definitiv eine der großen Stärken der Geschichte. Denn trotz der durchaus spannenden Story als solche, besitzt sie diverse Mankos. Bemerkbar werden diese allerdings erst im Laufe der Handlung. Jene fängt recht langsam an und bietet dadurch eine gute Möglichkeit, um den Geschenissen Aufmerksamkeit zu schenken und allem folgen zu können. Durch die anhaltend langsame Erzählweise wird jedoch schnell klar, dass diverse Längen nur selten kaschiert werden können. Gerade gen Ende fehlen gerne einmal so wirkliche „Aha-Momente“. Trotzdem weiß die Lois Lane Soloserie mit Spannung und Raffinesse zu gefallen, was nicht zuletzt an der geerdeten und dynamischen Struktur liegt.

Wie kann Lois ihren Mann betrügen, wenn es ein und die selbe Person ist? (Bild: Renes Nerd Cave/Panini Verlag)
Lois in den Armen ihres Liebsten… (Bild: Renes Nerd Cave/Panini Verlag)

Kreative Kriminal-Geschichte

Hat eine Geschichte einen Künstler wie Mike Perkins an Bord, darf man i.d.R. zurecht erwarten, dass diese ein optisches Schmankerl wird. In diesem Falle kann ich allerdings nur mit Einschränkungen zustimmen. Handwerklich ist die Handlung auf einem gewohnt hohen Niveau angefertigt. Die Figuren sowie Umgebungen kommen recht realistisch herüber und passen daher sehr zum ohnehin geerdeten Stil der Geschichte. Groß angelegte Panels und Seiten umfassende Action-Sequenzen wären so oder so eher fehl am Platz. Dadurch sind es allerdings auch einmal mehr die Aha-Effekte, welche ein wenig verloren gehen. Infolgedessen passiert es oft, dass die handwerklich hervorragenden Zeichnungen ein wenig in der Masse verschwinden. Grund dafür dürfte auch eine eher eintönige Farbpalette sein. In meinen Augen ist dieser Punkt zwar weniger ein Kritikpunkt (es passt definitiv in das Konzept der Geschichte), man muss es aber mögen.

Das Fazit:

Lois Lane: Reporterin im Fadenkreuz ist ein spannender Kriminal-Thriller, welcher eine willkommene Abwechslung im Superhelden-Genre mit sich bringt. Anstelle der bekannten Superhelden, steht diesmal die Investigativ-Journalistin Lois Lane im Vordergrund. Wie bereits in Ruckas Gotham Central ist sich der Leser zwar im Klaren darüber, dass sich der Band in der Welt der Helden bewegt, diese treten aber nur am Rande in Erscheinung. Die geerdete und dynamische Erzählweise harmoniert indessen vollends mit den Zeichnungen von Mike Perkins. Wer leserliche Abwechslung und einen spannenden Krimi innerhalb des DC Kosmos sucht, findet mit der Soloserie der Reporterin definitiv ein passendes Werk. Über kleinere Schwächen inhaltlicher und optischer Natur, kann man dabei hinwegsehen. Der Band kann im Übrigen völlig ohne Vorwissen gelesen werden.

  • Erstveröffentlichung: 18.05.2021
  • Autor: Greg Rucka
  • Zeichnung: Mike Perkins
  • Preis: 32€ (Hardcover 42€ – Lim. 222 Exemplare)
  • Seiten: 324
  • Genre: Krimi/Superhelden
  • Leseempfehlung: ab 12 Jahren
  • Verlag: Panini Verlag

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