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Kritik – Dune – Bildgewaltiges Sci-Fi-Epos!

Dune ist eine aus den Sechzigern stammende Buchreihe von Frank Herbert. Über die Jahre baute sich eine große Fanbase rund um die Bücher auf, weshalb die Science-Fiction Story heute als Kult angesehen wird. Bereits 1984 hat sich David Lynch an einer Verfilmung des Stoffes versucht. Nun läuft, nach mehreren Verschiebungen, die Neuinterpretation von Denis Villeneuve in den Kinos. Starbesetzt und mit gewaltigen Bildern präsentiert, reisen wir nach Arrakis. Dem Wüstenplaneten, der fortan das Zuhause des Hauses Atreides ist.

Wir schreiben das Jahr 10191. Ein großer Machtkampf tobt rund um die Vorherrschaft um das galaktische Imperium der Menscheit. Der Imperator Shaddam IV schickt Fürst Leto (Isaac) aus dem Haus Atreides und seine Gefolgschaft auf den fernen Wüstenplaneten Arrakis. Dort hausen nicht nur riesige und gefährliche Sandwürmer. Vor allem das Spice, eine mentale Droge, hat es den Menschen dort angetan. Kein Wunder, ist die Droge doch mit die einzige Einnahmequelle auf dem unwirtlichen Planeten. Paul, der Sohn des Fürsten, wird mithilfe der Droge zum Befreier der Unterdrückten Völker. Doch steckt womöglich noch mehr in ihm?!

Denis Villeneuve (u.a. Blade Runner 2049, Arrival) setzt in seinem Sci-Fi-Kracher auf volle Starbesetzung. Neben den Hauptrollen Timothée Chalamet (The King, Interstellar) und Oscar Isaac (Star Wars 7-9), spielen u.a. Namen wie Jason Momoa (Aquaman), Stellan Skarsgard (Nymphomaniac) oder Dave Bautista (Army of the Dead, Guardians of the Galaxy) mit. Auch ein Wiedersehen von Josh Brolin und Javier Bardem, welche beide in No Country for Old Men brillierten, ist enthalten. Aufmerksame Zuschauer werden David Dastmalchian sicherlich erkennen, der kürzlich bereits als Polka-Dot-Man in The Suicide Squad im Kino zu sehen war (bzw. ist). Doch erfüllt der Film auch darüber hinaus die Erwartungen?

Timothée Chalamet als Paul Atreides in Dune (Bild: Warner Bros. Pictures)
Timothée Chalamet als Paul Atreides (Bild: Warner Bros. Pictures)

Dune“ – Galaktischer Kult

Dune ist weitaus mehr, als stumpfe Sci-Fi-Kost. Bereits die Bücher von Frank Herbert (der erste Band erschien 1965) machten dies deutlich. Nicht ohne Grund gilt das Buch als der erfolgreichste Science-Fiction Roman überhaupt. Wir begleiten Paul Atreides auf eine spirituelle Reise in das Innere des Planeten. Eine Reise voller Selbstfindung und spirituellen Erfahrungen. Es sind vor allem die Fremen, Nachfahren eines uralten Volkes, welche auf Arrakis leben. Jene sind es, die Paul im Laufe seiner Reise zu Erkenntnissen helfen. Der Plot ist keineswegs neu. Doch wo viele Filme und andere Medien auf satte Action setzen, ist er vor allem Villeneuve, der auf langsames Pacing und eine vollkommene Atmosphäre setzt.

In genau diesem Aspekt spielt der Film auch seine komplette Bandbreite an audiovisueller Macht aus. Lange Kamerafahrten über triste Landschaften, ein dynamischer Score von Hans Zimmer (u.a. The Dark Knight, Interstellar) und packende Actionsequenzen. Der Film nimmt sich Zeit und scheut sich nicht davor, die Belanglosigkeit der Menschen in der endlosen Weite der Wüste zu zeigen. Trotz der Bildgewalt verliert Villeneuve aber nie seine Vision aus den Augen. Kernelemente des Romanzyklus sind vor allem die poetischen Belange. So erleben wir starke Frauen in Form eines uralten Nonnenkultes, die Frau des Fürsten und Mutter Pauls oder Mitglieder der Fremen. Alle sehnen sich nach dem Erlöser und Auserwählten. Doch kann Paul dieser Rolle gerecht werden? Timothée Chalamet wird seiner Rolle definitiv gerecht. Stark, entschlossen und doch nachdenklich.

Wo die Reise hinführt

Zwar spielt der Film zu 80 Prozent im Sand, doch farbliche Kontraste sind dennoch enthalten. Egal ob es der Heimatplanet der Atreides, die finstere Welt von Rabban (Bautista) oder viele, farblich getrennte Akzente sind. Alles ist bis ins kleinste Detail durchdacht und nach einem klaren Plan visualisiert worden. Allgemein bietet der Film, gerade innerhalb der wohl dosierten Actionsequenzen, enorme Schauwerte. Wenn die Menschen in Libellen ähnlichen Fluggeräten durch die Dünen fliegen, sich in tosende Sandstürme stürzen oder überwältigende Materialschlachten den Saal erbeben lassen. Auch hier findet Villeneuve einen exzellenten Mittelweg zwischen ruhigen und schnellen Passagen. Kämpferisch finden sich obendrein hervorragend choreografierte Schwertkämpfe, welche nicht selten für anhaltenden Atem sorgen. Auf dem Planeten selbst sind am Tag über hundert Grad. Entsprechend müssen die Menschen spezielle Anzüge tragen, welche ihr Überleben garantieren.

Die endlose Wüste aus Arrakis (Bild: Warner Bros. Pictures)
Die endlose Wüste aus Arrakis (Bild: Warner Bros. Pictures)

Dune bietet inhaltlich rund die erste Hälfte des ersten Buches. Sollte der Film an den Kinokassen und der Streamingauswertung auf HBO Max ein Erfolg sein, dürfte der Fortsetzung nichts im Wege stehen. Generell wäre es eine Schande, könnte Villeneuve seine Vision nicht beenden. Sein Wunsch beide Teile direkt hintereinander zu drehen, wurde seitens des Warner Bros. Pictures abgelehnt. Generell muss ich an dieser Stelle die Empfehlung aussprechen, den Film im Kino zu sehen. Solch eine Bildgewalt und das dazugehörige Soundgewitter aus ruhigen und orchestralen Höhepunkten, kann kein Stream dieser Welt bieten.

Das Fazit:

Dune von Denis Villeneuve ist eine unglaublich atmosphärische und bildgewaltige Erfahrung. Frank Herberts Sci-Fi-Kult der Sechziger sah nie besser aus und bietet so auch den jüngeren Generationen eine wunderbare Gelegenheit, sich mit dem Universum zu befassen. Eine Audiovisuelle Erfahrung, welche für das Kino gemacht ist. Die große Riege an bekannten Darstellern liefert auf einem ausgezeichneten Niveau ab und wirkt in keiner Rolle fehlbesetzt. Die Untermalung und der Score von Hans Zimmer gibt sich als dynamischer Charakter, welcher jederzeit den richtigen Ton trifft. Action wurde wohl dosiert und lässt genügend Platz für den eigentlichen Fokus der Handlung. Nämlich der Selbstfindung und spirituellen Reise von Paul. Der Film ist der Beginn einer spannenden Reise, welche, sich einmal darauf eingelassen, so schnell nicht mehr loslässt.

Bewertung: 4.5 von 5.
  • Erstveröffentlichung: 16.09.2021
  • Regie: Denis Villeneuve
  • Darsteller: u.a. Timothée Chalamet, Jason Momoa, Oscar Isaac, Dave Bautista, Stellan Skarsgard
  • Musik: Hans Zimmer
  • Freigabe: ab 12 Jahren
  • Laufzeit: 2h 35Min
  • Genre: Science-Fiction, Action, Drama
  • Studio: Warner Bros. Pictures

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