Comic Kritiken

Kritik – Der Batman, der Lacht – Horrorthriller von Snyder & Jock

Der Batman, der Lacht feierte sein Debüt im viel diskutierten Batman Metal Event von Scott Snyder und Greg Capullo. Seitdem genießt der fiese Gegner eine ordentliche Portion Beliebtheit, die u.a. in dieser uns nun als Sammelband vorliegenden Miniserie resultierte. Geschrieben ist sie erneut von Snyder, der diesmal jedoch zeichnerisch von Jock unterstützt wird. Ob sich Der Tod der Batmen inhaltlich lohnt und noch vieles mehr, lest Ihr hier.

In einer finsteren Parallelwelt wurde Batman zum finsteren Der Batman, der Lacht. Einem Hybriden aus Gothams Ritter und seinem Erzrivalen, dem Joker. Nun bringt der Schurke Chaos und Verderben in die Hauptrealität der DC Helden, welche für ganz schön Verwirrung sorgt. Als eines Tages ein scheinbar als Bruce Wayne zu identifizierender Leichnam den Weg des dunklen Ritters kreuzt fragt er sich, wie das sein kann. Auch Alfred ist sichtlich verunsichert, womit sie es hier zu tun haben. Dann wird jedoch schnell klar, dass der finstere Batman aus dem dunklen Multiversum dahinter steckt. Können Batman, Jim Gordon und seine Mitstreiter den Fiesling erneut aufhalten?

Mehr zum dunklen Multiversum findet Ihr übrigens im meiner Kritik! Hier entlang

Der Batman, der lacht hat sich in windeseile zu einem Fan-Liebling gemausert. Bereits kurz nach seinem ersten Auftritt in der Batman Metal (im. Original: Dark Nights Metal) Reihe, wollten die Leser mehr vom finsteren und an Pinnhead aus den Hellraiser Filmen erinnernden Fiesling lesen. Nachdem das Event beendet wurde und es deutliche Spuren in der Welt der DC Comics hinterlassen hatte, wurde dieser Wunsch erfüllt. Nun wird auch erläutert, wie dieser durch sein stacheliges Visier etwas sehen kann.

Jocks Zeichnungen in Der Batman, der Lacht! (Bild: Renes Nerd Cave/Panini Verlag)
Jocks Zeichnungen folgen, wie immer, seinem eigenen Stil (Bild: Renes Nerd Cave/Panini Verlag)

Der Batman, der Lacht – finsteres Ebenbild

Was man Scott Snyder (Batman – Der letzte Ritter auf Erden) ja wirklich lassen muss ist, dass der Mann geradezu vor Ideen überbrodelt. Daher scheint es auch wenig verwunderlich, dass der Mann eine Erfolgsstory nach der Anderen herausbringt. Mittlerweile schreibt er die Justice League Heftserie, welche er ebenso in neuen Höhen hat steigen lassen, wie er es einst mit dem Dark Knight getan hat. Die Idee ein finsteres Ebenbild von Bruce Waynes Alter Ego zu etablieren, welches im starken Kontrast zum Helden wie wir ihn kennen steht, war dabei ein Glücksgriff. Sowohl optisch als auch inhaltlich bietet der Charakter viel Potential.

Mit „Der Tod der Batmen“ steht nun die erste Miniserie um den Charakter aus dem dunklen Multiversum bereit, welche uns mehr Informationen über seine Entstehung beschert. So lernen wir, wie der Bruce Wayne der anderen Realität überhaupt erst zu der bösen Kreatur werden konnte, wie er eigentlich etwas sehen kann und noch einiges mehr. Verpackt ist das alles in einer mal mehr, mal weniger interessanten Rahmenhandlung. Was als extrem spannende und atmosphärische Story beginnt, verliert sich ab etwa der zweiten Hälfte in eine zum Teil wirre, grundsätzlich aber eher als solider Horrorthriller dastehende Geschichte, welche ihr Potential hinten heraus leider liegen lässt.

Ausbaufähig aber lesenswert?

Im Verlauf der Miniserie werden diverse Ideen aufgegriffen, welche mir prinzipiell alle recht gut gefallen. Einige wurden in der kürzlich gestarteten Der Batman, der lacht Sonderbandreihe (enthält die US Serie Batman/Superman sowie mehrere One Shots) wieder aufgegriffen. Wieder andere verlaufen sich aber leider in eine Art der Belanglosigkeit. Das ist aus meiner Sicht definitiv schade, denn insgesamt bot die Miniserie deutlich mehr Potential! Liegt es daran, dass man kurz nach Metal schnelles Geld mit dem Charakter machen wollte? Wie so oft dieser Tage – möglich.

Für mich das Paradebeispiel – das One Shot „Grim Knight„. Der Grim Knight ist eine Inkarnation Batmans, welche sowohl in ihrer Optik als auch Vorgehensweise klare Parallelen zu Marvels Antiheld Punisher aufweist. Leider bleibt der Charakter deutlich hinter meinen Erwartungen zurück und wird recht belanglos dargestellt. Man erfährt zwar etwas zu seiner Origin und seiner Motivation, doch so wirklich in Fahrt kommt das alles nicht.

Trotz alledem komme ich nicht drumherum zu sagen, dass der Sammelband seine Momente besitzt! Da wäre vor allem die erste Hälfte der Story, welche wirklich packend und mit stimmiger Atmosphäre daherkommt. Doch auch die Infos, welche wir rund um den Batman, der lacht erhalten, bieten einen klaren Mehrwert. Auch in optischer Hinsicht gefällt mir der Band sehr gut. Wer den Stil von Jock (Batman – Der Schwarze Spiegel) mag, kommt hier definitiv auf seine Kosten. Wenngleich es sicherlich nicht sein bestes Werk ist, gefällt mir die Atmosphäre welche seine Bilder dem Geschehen verleihen. Natürlich geht es dabei auch schon einmal deftiger zur Sache – muss man mögen!

fieser Batman, düstere Atmosphäre - da geht es auch schon mal deftig zur Sache! (Bild: Renes Nerd Cave/Panini Verlag)
fieser Batman, düstere Atmosphäre – da geht es auch schon mal deftig zur Sache! (Bild: Renes Nerd Cave/Panini Verlag)

Das lachende Fazit:

Der Batman, der lacht – Der Tod der Batmen ist sicherlich ein Comic, welches die Gemüter der Leser spaltet. Zum Einen lernen wir einen Charakter besser kennen, der in den letzten Jahren zu immer größerer Beliebtheit gelangt ist, dabei aber recht mystisch und geheimnisvoll agierte. Nun wird dieser also genauer beleuchtet, was durchaus seine Vorteile, auf lange Sicht aber auch potentielle Nachteile mit sich bringt. Zum Anderen verliert sich die Geschichte im Verlauf der Handlung leider etwas aus den eigenen Augen, was auch das enthaltene One Shot rund um den Grim Knight (gezeichnet von Eduardo Risso) nicht ändern kann, denn es kämpft mit den gleichen Problemen. Immerhin, am Ende wird der Leser mit einem packenden Endkampf belohnt!

Trotz allem hat mir der Sammelband aber durchaus gefallen. Klar – weder Snyder noch Jock liefern hier ihre besten Arbeiten ab. Doch auch wenn die Handlung deutliches Potential hat liegen lassen – die Atmosphäre mit ihrer Düsternis und eindringlichen Bösartigkeit weiß durchgehend zu gefallen. Es macht Spaß mehr über den wortwörtlich dunklen Ritter aus dem Multiversum zu erfahren. Hinsichtlich der Sonderbandreihe lässt sich bereits sagen, dass einige Elemente übernommen und fortgesetzt werden. Wer weiß, womöglich ergibt sich dadurch am Ende ein großes Ganzes, welche Fehler ausbessert. In meinen Augen ist dieser Sammelband auf jeden Fall ein Tipp für jeden, der sich gerne mehr mit dem Batman, der lacht und dem dunklen Multiversum befassen will. Alle anderen lesen vielleicht lieber erst einmal probe – die Reihe ist auch in klassischen Heften erschienen.

  • Erstveröffentlichung: 11.08.2020
  • Autor: Scott Snyder, James Tynion IV (Co-Autor)
  • Zeichner: Jock, Eduardo Risso
  • Preis: 25,00€
  • Seiten: 236
  • Format: Softcover, Hardcover (Variant)
  • Genre: Superhelden, Horror
  • Verlag: Panini Verlag

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