Comic Kritiken

Supergirl: Die Frau von Morgen – Der ideale Einstieg? – Kritik

Mit Supergirl: Die Frau von Morgen hat Autoren-Superstar Tom King (u.a. Batman, Rorschach) vor einigen Jahren einen Titel veröffentlicht, welcher relativ schnell zu einem modernen Klassiker der DC Comics Welt avancierte. Die Cousine des Kryptoniers Superman steht hier klar im Fokus einer aufregenden wie nachdenklichen Erzählung zwischen Selbstzweifeln, Abenteuerlust und Rachegefühlen. King setzt hier weniger auf typische Klischees sondern bedient sich vielmehr bei Genres wie Science-Fantasy. Worum es in dem Roadtrip der Heldin geht welche Schwächen sich darin verbergen und ob er die perfekte Vorbereitung für den Kinofilm von James Gunn ist, lest Ihr nachfolgend.

Kara Zor-El, so der richtige Name von Supergirl, will ihren 21. Geburtstag alleine auf einem entfernten Planeten feiern. Die rote Sonne jenes Planeten hemmt ihre Kräfte soweit, dass sie sich ordentlich voll laufen lassen kann, in einer Weltraum-Taverne. So richtig in Party-Stimmung kommt sie allerdings nicht. Erst recht nicht, als sie auf die junge einheimische Ruthye trifft. Diese ist auf der Suche nach einem Söldner, welcher ihren Vater heimtückisch umgebracht hat. Nach einer schicksalhaften Auseinandersetzung beschließen die beiden sich gemeinsam in ein ausuferndes Weltraum-Abenteuer, quer durch die Galaxie, zu begeben. Getrieben von Rache und Selbstzweifeln, trotzen sie jeglicher Gefahr…

Kara Zor-El in Supergirl: Die Frau von Morgen - Bild: DC Comics/Panini Verlag Deutschland
Bild: DC Comics/Panini Verlag Deutschland

Der Supergirl Kinofilm mit Milly Alcock, produziert von James Gunn, basiert zu weiten Teilen auf Supergirl: Die Frau von Morgen. Selbstredend gibt es einige, inszenatorische wie auch inhaltliche Abweichungen. Doch das eine so junge Geschichte bereits als Vorlage für einen Millionen Dollar Blockbuster herangezogen wird, dürfte als Qualitätsmerkmal durchgehen. Aus diesem Grund hat der deutsche Panini Verlag nun eine Deluxe Hardcover Edition jener Geschichte veröffentlicht. Im schicken, schwarzen Gewand, liefert der Band rund 50 Seiten voller Bonusinhalte. Skizzen, Triviale Informationen und vieles mehr, lassen tief in die Entstehung der Geschichte blicken. Mit 14€ Aufpreis im Vergleich zum Softcover, ist das ein relativ fairer Deal.

Die Frau von Morgen

Ein Großteil der Handlung wird aus der Perspektive der jungen Ruthye erzählt, welche von ihrer Begegnung mit der mächtigen Kryptonierin erzählt und deren gemeinsamen Abenteuern. Dieser Faktor rückt eben jene ein Stückweit in den Vordergrund der Handlung und lässt Supergirl nicht selten eher als Nebenfigur zurück. Der Handlung schadet das jedoch keineswegs. Es unterstreicht tatsächlich die Entwicklung, welche beide Charaktere durchmachen. Während sie Krem, den Mörder von Ruthyes Vater, durch die Galaxie jagen, stehen beide vor Scheidepunkten ihres Gewissens.

Die Frau von Morgen ist deutlich düsterer von ihrer reinen Thematik her, als man es von einer Supergirl Geschichte erwarten mag. Rache, Mord und kulturelle Aspekte nehmen durchaus einen großen Teil der Handlung ein. Gelegentlich wird das Ganze jedoch von leicht komischen Szenerien aufgelockert, ohne das es erzwungen wirkt. Schade ist jedoch der Faktor, das gewisse Aspekte der Handlung, etwas aus der Luft gegriffen wirken. Manche Ereignisse bleiben teils unkommentiert und ohne Bewandtnis für den Rest.

Weltraum Flaute?

Bild: DC Comics/Panini Verlag Deutschland

Optisch betrachtet, ist Supergirl: Die Frau von Morgen eine wahre Augenweide. Die brasilianische Zeichnerin Bilquis Evely zaubert kontrastreiche und verspielte Welten auf die Seiten, welche nicht selten dazu verleiten, länger auf einer Seite zu verharren. Die Kunst liegt aber vor allem darin, dass sie zwar detailreich und wortwörtlich fantastische Bilder kreiert, welche trotzdem nie den Fokus verlieren. Selten hat ein dreckiges und stinkendes Raumschiff so sehr zum stöbern eingeladen wie hier. Egal ob es um Weltraumschrott, Charakterdesigns oder kunterbunte Welten geht. Jede Seite spricht für sich und unterstreicht, weshalb die Zeichnerin als eine der besten Comic-Artist Süd-Amerikas gilt.

Das Fazit:

Supergirl: Die Frau von Morgen von Tom King und Bilquis Evely, erschienen bei DC Comics mit deutscher Veröffentlichung bei Panini Comics ist ein Titel, welcher zweifelsfrei als moderner Klassiker gilt. Oft wird davon gesprochen, dass künftige Storys rund um Kara Zor-El, sich hieran messen müssen. Was King zweifelsfrei gelungen ist, ist eine Geschichte voller Kontraste. Düstere Themen, Selbstzweifel und eine enorme Schippe Charakterentwicklung halten die Spannung aufrecht und laden zum weiterlesen ein. Optisch betrachtet, ist der Band eine Augenweide, mit vielen Highlights. Gelegentlich gibt es jedoch Passagen, die mehr Fragen aufwerfen, als das sie welche beantworten und selten stellt sich die Frage, welchen Sinn das Geschehene hat. Wer Interesse an einem etwas anderen Space-Roadtrip hat und starke Charaktere erleben will, wird hier bestens bedient!

Bewertung: 7 von 10.
  • Erstveröffentlichung: 27.09.2022
  • Autor: Tom King
  • Zeichnerin: Bilquis Evely
  • Seiten: 228
  • Preis: 25€ (Softcover) – 39€ Hardcover (Neu-VÖ 2026)
  • Genre: Superhelden, Science Fiction, Fantasy
  • Eigenständig: Ja
  • Inhalt: US Supergirl, Women of Tomorrow #1-8
  • Publisher: DC Comics
  • Deutsche : Panini Comics

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