Comic Kritiken

Sandman: Death – Der Sterblichkeit so nah… – Fazit

Im Sandman Universum von Neil Gaiman spielt Death eine wichtige Rolle. Die Schwester von Lord Morpheus, dem Herrn der Träume, ist eine wiederkehrende Figur, welche mit zwei eigenen Miniserien gewürdigt wurde. Eben jene sind es, welche von DC Vertigo und Panini Comics, in diesem Band gesammelt neu veröffentlicht werden. Ob die Geschichten, in denen wir einmal mehr eine neue Perspektive auf das Leben erhaschen, ihren Blick wert sind, erfahrt ihr nachfolgend.

Death, der Engel des Todes kehrt in regelmäßigen Zyklen auf die Erde zurück. Genauer gesagt, erlebt sie einen Tag als Sterbliche. Dadurch kann sie das Leben spüren, mit all seinen Höhen und Tiefen. Bei ihrem jüngsten Ausflug in das Reich der Sterblichen, begegnet sie nicht nur altbekannten Zeitgenossen sondern auch skurrilen Persönlichkeiten, welche mental am seidenen Faden hängen. Ein Abenteuer in den Gossen Londons beginnt… Außerdem begegnen wir einem werdenden Popstar. Sie steht irgendwo mental zwischen Weltkarriere und Ruhm, den Drang nach Familienleben und ist dem Tode näher, als sie zu glauben wagt. Ein Pakt mit dem Tod könnte ihre Welt auf den Kopf stellen…

Sandman: Death (Bild: DC Vertigo/Panini Comics Deutschland)

Die meist als junges und punkig anmutendes Teenie-Mädchen erscheinende Death, ist ein Anker in der von Neil Gaiman kreierten Welt der Ewigen. Bereits seit der US-Ausgabe #6 der The Sandman Haupreihe von DC Vertigo, gibt sie tiefe Einblicke in den Übergang in die Ewigkeit. Ähnlich wie ihre Brüder und Schwestern wie Dream, Destruction oder Delirium, kann sie in verschiedensten Erscheinungen auftreten. Ihr „üblicher Look“ gilt längst als Kult! Kein Wunder also, dass sie mit zwei Solo-Miniserien gesegnet wurde. Wissenswert: Das erste der hier gedruckten Abenteuer, fand seinen Weg ebenso in die The Sandman Adaption auf Netflix. Für Fans der Serie die Ideale Gelegenheit, die Vorlage zu genießen!

Sandman: Death – Dem Himmel so nah

Die Vorstellung, dass der Tod eine personifizierte Erscheinung ist, ist in den Religionen dieser Welt keine unübliche. Bereits vor tausenden Jahren erzählten sich die verschiedensten Arten der Bevölkerung von Gesandten des Himmels, göttlichen Erscheinungen oder anderweitigen Fabeln. Das es sich im Falle der Titelgebenden Figur nicht um einen Totenkopf mit Sense handelt, ist durchaus charmant. Der ursprüngliche Look passte perfekt in das on Gothic gezeichnete Gesamtbild der Comic-Reihe. Wie so oft in der fabelhaften Welt der Ewigen, ist die Erscheinung jedoch als metaphorisch zu betrachten. Gaimans Welten sind eine Metapher auf das Leben und Sterben, welches uns umgibt. Umso greifbarer wirkt die Vorstellung, dass Death regelmäßig auf die Erde kommt um die Vergänglichkeit am eigenen, astralen Leibe zu spüren.

Mit Blick auf die zweite Erzählung, wirkt diese zunächst wie ein Tagebucheintrag eines Popstars. Bei genauerem Hinsehen zeigen sich jedoch zweifelsfrei die verschiedenen Facetten, welche die Welt der Ewigen so individuell und greifbar gestalten. Aufopferung und familiäre Schicksale sind es einmal mehr, welche für inhaltliche Raffinesse sorgen und atmosphärische Nuancen setzen. Auch optisch machen beide Geschichten eine überaus passende und gute Figur. So sind mystische Erscheinungen, Emotionen und Schauplätze ansprechend und mit Tiefgang gestaltet und lassen die Geschichten aufleben.

Das Fazit:

Sandman: Death von Neil Gaiman, Mark Buckingham und Chris Bachalo ist eine interessante Perspektive auf die Facetten des Lebens und dessen Vergänglichkeit. Dabei kann der zwei in sich abgeschlossene Miniserien enthaltene Sammelband einmal mehr, als Metapher auf das Leben betrachtet werden. Gaiman liefert griffige Charaktere, eine packende Atmosphäre und hält diverse, subtile Überraschungen parat. Sicherlich muss man die Geschichten mit einem gewissen Zeitgeist betrachten. Doch mit Blick auf die übergeordneten Aussagen der Handlungen, liefert der Band vor allem eines – Potential und Kraft für Vorstellungen, welche sicherlich bei jedermann individueller Natur sind. Wer mit der The Sandman Netflix Serie oder der Hauptreihe der Comics etwas anfangen kann, wird sich hier schnell heimelig fühlen. Wer sich an letztere herantasten will, findet hier womöglich einen guten Vorgeschmack.

Bewertung: 3.5 von 5.

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