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Spider-Man: Brand New Day – Emotionale Achterbahn – Kritik

Spider-Man: Brand New Day ist der vierte Solofilm innerhalb des Marvel Cinematic Universe, mit Tom Holland in der Hauptrolle. Vier Jahre nach den Ereignissen von No Way Home, kämpft er weiterhin gegen das Verbrechen. Beladen mit Charakteren wie dem Punishers Frank Castle (Jon Bernthal) und dem Hulk Bruce Banner (Mark Ruffalo) setzt der neue Film auf einen eher düsteren und erwachsenen Look. Ob das glückt und wie das Helden-Spektakel abschneidet, lest Ihr in der folgenden Kritik.

Nach den verheerenden Ereignissen in No Way Home tut Peter Parker das, was er am besten kann. New York City vor Verbrechern beschützen! Da ihn allerdings aufgrund des Zaubers von Doctor Strange niemand mehr kennt, ist er Spidey in Vollzeit! Seine Liebe zu MJ (Zendaya) ist jedoch stark wie eh und je und so dauert es nicht lange, bis sich die Wege des einstigen Paares kreuzen. Peter, welcher in einem Konstrukt aus Mentaler wie Körperlicher Entwicklungen verfangen ist ahnt jedoch noch nicht, welch immense Bedrohung auf ihn wartet…

Spider-Man: Brand New Day nimmt seinen Titel als Bezug auf die gleichnamige Storyline, welche ab 2008 in der monatlichen Heftreihe der Marvel Comics erschien. Sie erzählten die Zeit nach dem neuen Status Quo – Jenem, das Parker quasi unbekannt war. Zwar unterscheiden sich die Handlungen des Films und des Comics zum Teil stark, die grundsätzliche Herangehensweise ist allerdings mit Parallelen behaftet. Anstelle von Interstellaren und Multiversalen Bedrohungen, fokussiert sich der aktuelle Teil auf das Wesentliche. NYC, das Street Level und dem Charakter Spider-Man!

Gefährlich wie eh und je, die Hand! /Bild: Marvel Studios/Sony Pictures/Walt Disney
Bild: Marvel Studios/Sony Pictures/Walt Disney

Spider-Man: Brand New Day – Eine Reise ins Ich!

Teenie-Klamauk und gute Miene sind Aspekte der Vergangenheit. Wir erleben einen Peter Parker, welcher mit inneren Unruhen und Selbstfindung agiert. Stets auf dem Scheideweg seines Gewissens, hält er die Stadt sauber. So sind es Gegner wie Tombstone, Boomerang oder Die Hand, welche er hinter Gittern bringt und das Gefängnis der Damage Control stets auslastet. Michael Mando (u.a. Braking Bad, Better Call Saul) kehrt unterdessen als Scorpion zurück und erhält nicht nur einen passenden Anzug, sondern auch Screentime (anders als in Homecoming!). Die wahre Bedrohung ist jedoch eine andere! Eine mächtige Telepathin, gespielt von Stranger Things Star Sadie Sink. Trotz der Masse an Gegnern, wirkt der Film größtenteils wenig überladen. So sind einige Auftritte lediglich im Zuge von Darbietungen einiger, legendärer Comic-Cover, ähnlich wie schon in Fantastic Four.

Ein Aspekt der überaus gelungen daherkommt ist die Tatsache, dass sich Spider-Man: Brand New Day tatsächlich oft anfühlt, wie ein Comic. Sei es das Auftreten einiger bekannter Gesichter, das eine oder andere Easter Egg oder aber das grundsätzliche Pacing der Szenerie. Wenngleich einige Handlungsbögen etwas zu lang waren und wieder andere dafür zu kurz kamen, erinnert das Gesamtbild stark an einen klassischen Aufbau aus Comics. Man muss dem legendären Frank Miller zustimmen wenn er sagt, das dieser Film wohl so nah an Steve Ditko (einem der Erfinder der Figur) herankommt, wie kein Spidey zuvor.

Punisher ab 12? Aber sowas von!

Ein Aspekt der bei vielen vorab für Fragezeichen gesorgt hat, war die Integration des Punishers (Jon Bernthal), Frank Castle. Wenn man sich anschaut welch Blutbad er in Punisher Special: One Last Kill angerichtet hat der blut-triefend ab 18 freigegeben war, mag diese Frage durchaus Sinnbehaftet erscheinen. Mit Blick auf die Historie der Figur war ich allerdings keineswegs beunruhigt. Denn neben seinem ersten Auftritt in The Amazing Spider-Man #129, tauchte der Waffenschwinger schon in unzähligen Marvel Comics auf. So auch solchen, welche eher an Teens gerichtet sind und nicht an Erwachsene. Wer sich davon selbst überzeugen will, sollte sich einmal die War Zone Storyline von Greg Rucka ansehen!

Frank Castle wütet in Spider-Man: Brand New Day/Bild: Marvel Studios/Sony Pictures/Walt Disney
Bild: Marvel Studios/Sony Pictures/Walt Disney

Das Zusammenspiel von Frank Castle und Spider-Man ist unterdessen ein voller Erfolg! Nicht nur das die beiden ungleichen Charaktere für krachende bis spaßige Dialoge sorgen – Gegensätze ziehen sich nunmal hervorragend an! Hier wird quasi auch ein Aspekt der ersten Staffel Daredevil: Born Again aufgelöst. Allgemein ist die Integration des Street Levels sehr gelungen. Sowohl die Szenen mit Castle als auch den übrigen Charakteren sind gelungen – Wenngleich einige davon überaus kurz waren! Ein ikonischer Moment mit Castle wurde jedoch leider nur teils integriert, obwohl die Vorlage auf dem Silbertablett lag.

Spider-Man: Brand New Villain?

Mit Blick auf die umfangreiche Riege an Gegenspielern aus der Welt der Spinne wirkt es schon dubios, das die größte Bedrohung eine Telepathin ist, welche in dieser Form dort nicht vorkommt. Neben den bereits genannten Figuren wie Tombstone (Marvin Jones III, welcher optisch wie aus den Comics entnommen wirkt!), Scorpion oder Boomerang, hatte ich mir vor allem von der Hand mehr erhofft. Mit Blick auf die Daredevil: Born Again Serie ist es allerdings positiv zu betrachten, das jene Ninjas nun hier eindrucksvoll vorgestellt worden sind. Sadie Sinks Charakter liefert jedoch inhaltliche Highlights und sorgt für einen Ausblick auf kommende Projekte.

Das Fazit:

Spider-Man: Brand New Day von Destin Daniel Cretton mit u.a. Tom Holland und Zendaya in den Hauptrollen ist ein Bekenntnis des Charakters Peter Parker und Spider-Man. Es ist eine Symbiose aus Gegensätzen und die Rückkehr zu alten Tugenden. Der Punisher und das gesamte Street Level passen unfassbar gut in die Welt der Spinne und auch das Wiedersehen mit einem unglaublichen Hulk weiß zu gefallen. Auch wenn es Abzüge in der B-Note gibt, der Film macht Spaß und sieht stark aus! Eines sei gewiss – Die Nachbarschaft ist sicher!

Bewertung: 8.5 von 10.

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