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Kritik – Spider-Man: No Way Home – Der erhoffte Nerdtraum?

Spider-Man: No Way Home ist das nunmehr dritte Solo Abenteuer von Tom Holland als freundliche Spinne aus der Nachbarschaft. Nach den Ereignissen aus Far From Home, kennt die ganze Welt sein Geheimnis. Probleme sind da natürlich alles andere als überraschend. Diverse Gerüchte kamen in den Umlauf, dass Tobey Maguire und Andrew Garfield als Spider-Men zurückkehren würden. Ob die Erwartungen und vieles mehr erfüllt werden können? Das erfahrt Ihr in der nachfolgenden, Spoilerfreien, Kritik…

Der fiese Mysterio (Jake Gyllenhaal) hat am Ende von Far From Home der Welt verkündet, das Peter Parker Spider-Man ist. Genau dort setzt der dritte Teil an. Peter steht damit vor allerhand Problemen. Sowohl er als auch jegliche Bekannte, stehen im Fokus von FBI und Co. Da er schnellstens eine Lösung für die Misere finden will, sucht er Doctor Strange (Benedict Cumberbatch) im Sanctum Sanctorum auf. Dieser soll mithilfe eines Zaubers die Leute vergessen lassen, dass er Spider-Man ist. Dabei geht jedoch einiges schief. In New York tauchen Feinde auf, die Peter noch nie zuvor gesehen hat. Wer ist der Green Goblin, Electro oder der mit elektrischen Tentakeln bewaffnete Doctor Octopus?

In der Vergangenheit mussten wir leider lernen, dass weniger Schurken, oftmals mehr bedeutet. Sowohl die Filmreihe mit Tobey Maguire (2002-2007) als auch die mit Andrew Garfield (2012-1014) haben ab einem bestimmten Punkt gezeigt, dass zu viele Gegner nicht immer funktionieren. Wie verhält sich das nun hier? Insgesamt fünf alte Bekannte finden sich im film von Jon Watts wieder. Erfreulich ist dahingehend, dass auch alle Originaldarsteller der Figuren mit an Bord sind. Willem Dafoe als Green Goblin, Alfred Molina als Doc Octopus, sowie Jamie Foxx in seiner Rolle als Electro und Thomas Haden-Church als Sandman ebenso wie Rhys Ifans als Lizard. Die erfreuliche Nachricht ist – es funktioniert!

Peter Parker und Doctor Strange beim zaubern! (Bild: Marvel Studios/Walt Disney)
Peter Parker und Doctor Strange beim zaubern! (Bild: Marvel Studios/Walt Disney/Sony)

No Way Home – Oder doch?

Auch wenn wir mit den fünf Widersachern knapp dem ersten Auftritt der Sinister Six verpassen, bieten die Szenen mit jenen, wahre Highlights. Durch ein neu erschaffenes Multiversum gelangen die Bösewichte in die Welt des Marvel Cinematic Universe. Dadurch ergeben sich schier unendliche Möglichkeiten. Hinsichtlich kommender Projekte im MCU, ist das hier sicherlich nur der Anfang. Schön zu sehen ist aber vor allem, mit welcher Hingabe die Darsteller zurück in ihre Rollen schlüpfen. Einige erhalten dadurch gar neue Facetten, die in den vergangenen Filmen außen vor blieben. Auch abseits der Feinde, liefern alle Darsteller eine hervorragende Leistung ab. Vor allem Tom Holland als Spider-Man, macht hier eine deutliche Charakterentwicklung durch. Es gibt Momente, in denen Holland sein ganzes Talent abrufen muss und es auch schafft.

Die Sinister Six hatten ihren ersten Auftritt in The Amazing Spider-Man Annual #1 von 1964. Angeführt von Doctor Octopus, dürstete die Gruppe nach Rache. Über die Jahre variierten die Mitglieder und so waren neben den im Film zu sehenden Figuren, auch solche wie Mysterio, Kraven der Jäger oder Vulture dabei. Zweifelsfrei gehören die sinistren sechs zu den bekanntesten Widersachern der Spinne.

Wie eingangs bereits erwähnt, glänzten die verganenen Filme nicht wirklich, je mehr Gegner dabei waren. Was mit noch mehr Charakteren bei den Avengers klappt, muss es hier ja sicherlich auch, stimmts? Glücklicherweise ja. Den trotz der Fülle an Charakteren, Querverweisen auf andere Filme oder bombastischen Actionsequenzen, findet Spider-Man: No Way Home auch oft die Zeit für Charakterentwicklung und Emotionen. So sind es oftmals die Dialoge zwischen einzelnen Figuren, welche zu wahren Highlights avancieren.

Spider-Man: No Way Home in Action! Der Iron-Spider Anzug (Bild: Marvel Studios/Walt Disney)
Spider-Man in Action! Der Iron-Spider Anzug (Bild: Marvel Studios/Walt Disney/Sony)

Aus großer Kraft folgt große Verantwortung

Mit seinen rund 150 Minuten Laufzeit ist der Film alles andere als kurz. Längen kommen bei der Handlung jedoch in keinster Weise auf. Einer der Gründe, dürfte die hervorragende Dynamik sein, die der Film besitzt. Anders als in früheren Marvel Werken, passt der Humor hier gut in das Konzept. Spidey hat ohnehin gerne einen Spruch auf den Lippen. An den passenden Stellen und Momenten angewandt, entfalten sich diese ungemein. So lustig der Film oft sein mag, so schnell kann er tonal auch in andere Richtungen schwenken. Emotionen gibt es vor allem in der zweiten Hälfte in einer ordentlichen Fülle. Aufgesetzt wirkt das Ganze aber zu keinem Zeitpunkt. Bei all den Querverweisen auf die alten Filme, Charakteren und mehr, ist der Film für Fans ein Traum. Hervorragend augearbeitete Verbindungen der einzelnen Universen (dank des Multiversums), ergeben ein tolles Gesamtbild.

Wer sich nicht sonderlich gut im Marvel Universum auskennt, wird gelegentlich sicher das eine oder andere Fragezeichen vor Augen haben. Trotzdem kann der Film auch in diesem Fall spannend und interessant sein. Innerhalb der Handlung werden die wichtigsten Informationen gegeben und zum Teil auch erklärt. Es kann in diesem Fall aber durchaus passieren, dass gewisse Auftritte einzelner Charaktere nicht oder weniger emotional aufgenommen werden. Falls Ihr auf jenes Publikum zutrefft – Anhand der Fans im Saal, werdet Ihr sicher merken, wenn gerade ein Fanliebling auf der Leinwand erscheint.

Das Fazit:

Spider-Man: No Way Home von Jon Watts bringt alles mit, was ein guter Film über die Spinne aus der Nachbarschaft haben muss. Eine spannende Grundstory, interessante und fiese Gegner und ein dynamisches Zusammenspiel aus Drama und Humor. Der dritte Teil mit Tom Holland, hat aber noch deutlich mehr zu bieten. Ein multiversales Zusammentreffen alter Bekannter und der Zusammenschluss der einzelnen Spider-Man Filmreihen sind Grund genug, sich den Film anzusehen. Darüber hinaus werden wir mit erstklassiger Action, lupenreinen Effekten und tollen, darstellerischen Leistungen belohnt. Ob Tobey Maguire und Andrew Garfield im Film auftauchen? Auf diese Frage werde ich nicht im Detail eingehen. Ihr werdet aber überrascht sein, in welcher Form diverse Figuren hier auftauchen werden! Am Ende bleibt nur zu sagen: Meine persönlichen Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern gleich in hohem Bogen übertroffen. Emotional, packend und ein Traum für Fans. Eine klare Empfehlung!

Bewertung: 5 von 5.
  • Kinostart: 16.12.2021
  • Regie: Jon Watts
  • Darsteller: u.a. Tom Holland, Zendaya, Willem Dafoe, Alfred Molina
  • Laufzeit: 148 Minuten
  • Freigabe: ab 12 Jahren
  • Genre: Superhelden, Action
  • Studio: Marvel Studios
  • Verleih: Sony Pictures/Columbia Pictures

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