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Kritik – Chainsaw Man – Teuflisches Gemetzel bei Egmont Manga!

Chainsaw Man erscheint in Deutschland bei Egmont Manga und erfreut sich stetig wachsender Beliebtheit. Der Shonen Jump Titel von Mangaka Tatsuki Fujimoto handelt von Denji. Einem Teenager, in dessen Inneren ein Teufel lebt. Dabei muss er es nicht nur mit vielen weiteren Gefahren auf sich nehmen, sondern auch mit den Tücken der Jugend. Ich habe mir die ersten sechs Bände angesehen. Mein Fazit dazu, findet Ihr in meiner Kritik.

Denjis größter Wunsch ist es, ein ganz normales Leben zu führen. Doch er hat von seinem Vater nichts als Schulden bei der Mafia geerbt. Als Denji dem kleinen Teufel Pochita das Leben rettet, schenkt dieser ihm die Fähigkeit, sich in den Chainsaw Man zu verwandeln. Es dauert nicht lange, bis die Regierung auf den Jungen mit der Kettensäge als Kopf aufmerksam wird. Fortan muss er an der Seite von ebenso interessanten wie verrückten Charakteren Teufel jagen. Dabei merkt er schnell, dass man nicht jedem trauen sollte. Die Welt birgt lauter Gefahren…

Ein Teenager, welcher sich Kettensägen wachsen lassen kann und böse Kreaturen jagt. Liest man sich die Inhaltsangabe durch, gibt es wohl zwei Möglichkeiten. Entweder man legt den Manga wieder weg bzw. scrollt weiter, oder man schlägt zu, weil man auf abgedrehte Stories steht. Wer hätte das gedacht – bei mir war es Möglichkeit zwei. Denji ist dabei oftmals tollpatschig und lebt eine jugendliche Leichtigkeit, welche ihn diverse Male in gefährliche Lagen bringt. Doch genau darin liegt oftmals der gelungene Kontrast, den die Reihe mit sich bringt. Zwischen seitenlangen und vor Blut triefenden Kämpfen und der Suche nach sich selbst, entsteht oft eine interessante Dynamik.

Blutige Kämpfe gehören in Chainsaw Man zur Tagesordnung (Bild: Egmont Manga/Renes Nerd Cave)
Blutige Kämpfe gehören bei Chainsaw Man zur Tagesordnung! (Bild: Egmont Manga/Renes Nerd Cave)

Chainsaw Man – Der Kettensägen-Teufel

Vor Jahren hat der Pistolen-Teufel Millionen von Menschen in Sekundenschnelle umgebracht. Über die Jahre gab es immer mehr Sichtungen von Teufeln. Diese haben allesamt verschiedene Kräfte. Da wäre z.B. der Schwert-Teufel, der, ähnlich wie der Titelgebende Held, Schwerter als Kopf und an den Händen besitzt. Der Hai-Teufel, der sich in einen wilden Hai verwandeln kann und viele, viele mehr. Denji tritt (gezwungenermaßen) einer Gruppe bei, welche solche Teufel jagt und beseitigt. Zwar ist er selbst einer, jedoch kann er seine Kräfte kontrollieren. Sein Teufel ist Pochita. Dieser rettete ihm das Leben, als eine Jagd vollkommen schief gelaufen ist. Um Denji zu retten, verbund sich das kleine Wesen mit ihm. Allein dadurch bekommt sein Charakter einen interessanten Touch, der sich durch die ganze Reihe zieht.

Geleitet wird das ganze Unterfangen von Makima. Die Frau nimmt kein Blatt vor den Mund und hat klare Ziele für ihre Einheit. Gerade hinsichtlich ihres Charakters gibt es im Verlauf der Story einige Wendungen und Geschehenisse, welche bei Laune halten und überraschen. Allgemein schafft es Fujimoto sehr gut, Story-Stränge in der Geschichte unterzubringen und diese bei passender Gelegenheit fortzuführen. Gelegentlich wirkt es so, als wären Dinge etwas übereilt. Im Anschluss fädelt sich das ganze Unterfangen jedoch wieder gekonnt ein und lenkt schnell davon ab.

Der jugendliche Leichtsinn

Denji träumt von einem besseren Leben. Dazu gehört natürlich gutes Essen, ein gemütliches Bett und… Sex! In seinem jugendlichen Leichtsinn sehnt er sich danach Brüste anzufassen, Frauen zu küssen und andere Dinge mit ihnen anzustellen. In seiner Leichtgläubigkeit schaffen es diverse Charaktere mit links, ihn zu Dingen zu bringen, die ihn oftmals in brenzlige Situationen bringen. Unartiges in Aussicht, muss man ihn allerdings nicht zweimal bitten. Bei diesem Faktor macht es die Reihe einem nicht leicht. Zwar vergreift sich Denji nie an Charakteren, doch gelegentlich wirkt das Alles zu viel und unangebracht. Wo man anfänglich noch darüber schmunzeln konnte, ist es einfach zu viel, wenn innerhalb weniger Seiten mehrmals die „Grapsch-Thematik“ ausgepackt wird. Glücklicherweise erreicht die Reihe hinsichtlich dessen in Band zwei bereits den Tiefpunkt. Daher der Tipp – bleibt am Ball! Es wird auch wieder besser bzw. weniger.

Aki (Bild: Egmont Manga/Renes Nerd Cave)
Aki ist wenig begeistert von Denji! (Bild: Egmont Manga/Renes Nerd Cave)

Wer suche, der finde

Im Verlauf der Handlung sind unsere Helden oftmals mit diversen Herausforderungen beschäftigt. Während es am Anfang banale Dinge wie die gegenseitige Akzenptanz oder die Suche nach dem passenden Snack sind, kommen mit zunehmendem Verlauf immer schwierigere Aufgaben hinzu. So versucht die Truppe, den Pistolen-Teufel ausfindig zu machen, indem sie Splitter dessen in anderen Teufeln suchen. Dabei entstehen häufig extrem blutige und spannende Kämpfe, welche die angenehme Dynamik der Reihe am Leben erhalten. Auch wenn einige der Teufel vielleicht wenig originell wirken und gelegentlich einfach in wilden Body Horror ausarten, liegen hier definitiv die Stärken der Reihe.

Optisch bewegt sich Chainsaw Man in zweierlei Hinsicht. Während abseits der Kämpfe eher ruhigere Linien und neutrale Zeichnungen parat liegen, dreht der Stil in Kämpfen komplett auf. Raue und wilde Linien sowie stark schattierte und unruhige Elemente geben sich die Klinke in die Hand. Zugegeben – gelegentlich muss man zweimal hingucken. Das Ganze sieht jedoch extrem gut aus und weiß klar zu überzeugen.

Ab und zu wird es zwischen dem Teammitgliedern hitzig! Denji gegen Power! (Bild: Egmont Manga/Renes Nerd Cave)
Ab und zu wird es zwischen dem Teammitgliedern hitzig! Denji gegen Power! (Bild: Egmont Manga/Renes Nerd Cave)

Das Fazit:

Chainsaw Man von Tatsuki Fujimoto weiß innerhalb der ersten sechs Ausgaben definitiv zu gefallen. Das liegt an der dynamischen und kurzweiligen Erzählweise der Handlung, vor allem aber, an den extrem coolen Kämpfen und Action Sequenzen. Wenn sich Denji in den Chainsaw Man verwandelt, ist brachiale Unterhaltung vorprogrammiert. Allgemein bietet die Reihe interessante Charaktere und eine relativ kurzweiligen Handlung. Leider driftet die Reihe gelegentlich in pubertären Klamauk ab oder wirkt etwas wirr. Im Umkehrschluss weiß Fujimoto seine Story jedoch schnell wieder in die richtige Bahn zu lenken. Man kann definitiv gespannt sein, wo die Suche nach dem Pistolen-Teufel noch hinführen wird. Bewegt sich die Reihe weiterhin auf einem ähnlichen Niveau, erwartet uns sicherlich noch das eine oder andere Highlight!

Bewertung: 4 von 5.
  • Erstveröffentlichung: Seit 10/2020
  • Autor/Zeichner: Tatsuki Fujimoto
  • Seiten: je 192
  • Format: Softcover
  • Empfehlung: Ab 16 Jahren
  • Genre: Action/Horror/Manga
  • Verlag: Egmont Manga

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