Film & Serien Reviews

Hellboy: Call of Darkness Kritik! Höllisch gut oder Totalausfall?

Lange Jahre haben Fans vergeblich auf eine Fortsetzung der Guillermo del Toro Filme gewartet. Mit Hellboy: Call of Darkness wartet immerhin ein Reboot auf die Anhänger des Jungen aus der Hölle. Gespielt von Stranger Things Star David Harbour und umgesetzt von Genre-Filmer Neil Marshall, stehen eigentlich alle Anzeichen auf Hit – oder? Wie mir der Film gefallen hat und wieso da mehr drin gewesen wäre, lest Ihr in meiner Review!

Der Halbdämon Hellboy (David Harbour) kämpft gegen das Böse. So auch bei seinem neuesten Auftrag! Eine uralte Kraft, die Hexe Nimue, (Milla Jovovich) plant die Zerstörung der Erde und will Tod und Unheil verbreiten. Natürlich hat der Höllenjunge etwas dagegen. Was er nicht weiß: Nimue und ihre Gefolgschaft aus Dämonen braucht genau ihn! Einst war er der gesandte um der Erde Furcht und Schrecken zu bereiten… Als er von seinem Ziehvater, Professor Broom (Ian McShane) auf eine Mission nach London gerufen wird, bringt das natürlich einen Haufen Chaos mit sich. Zusammen mit seinen Mitstreitern beginnt der Kampf gegen das Böse, bei welchem sie nicht nur Dämonen und schreckliche Kreaturen bezwingen müssen, sondern auch ihre eigenen, inneren, Dämonen!

Eins der zahlreichen Poster (Copyright: Universum Film)

Hellboys Kampf beginnt!

Der dritte Film aus dem Hellboy-Universum basiert, oh Wunder, auf den gleichnamigen Comics aus dem Hause Dark Horse, von Comic-Legende Mike Mignola. Vor allem die legendäre Story „Ruf der Finsterniss“ und ihre zwei Fortsetzungen können als direkte Vorlage des Films gesehen werden. So wurden viele Elemente der Comics übernommen, jedoch mit diversen Änderungen versehen. So weit nicht unüblich!

Nach einer kleinen Einführung über die Geschichte von Nimue werden wir sogleich direkt ins Geschehen und die Geschichte geschmissen. Hellboy muss in Mexiko einen B.U.A.P Agenten ausfindig machen und soll ihn zurück holen. Das dabei nicht alles nach Plan läuft, ist klar. Was sofort auffällt: Hellboy steht auf coole Sprüche. Über den gesamten Film verteilt hören wir diverse Jokes und Sprüche des Roten und das wäre auch extrem cool, würden die Szenen diese auffangen. So passiert es leider häufig, geschuldet durch den oftmals unvorteilhaften Schnitt, dass die Sprüche nicht so wirken, wie sie es sicherlich sollen. Das ist nicht nur schade, sondern reißt ab und an auch aus der Atmosphäre!

David Harbour als Hellboy (Copyright: Universum Film)

Die Filme von del Toro sind mittlerweile zu absoluten Fan-Lieblingen geworden, was zu großen Teilen auch an Ron Perlmans Darbietung als Hellboy liegt. Dementsprechend groß war im Vorfeld die Frage, ob Harbour der Rolle gerecht werden kann. Meine Meinung dazu: Ja! David Harbour verkörpert den Halbdämon ausgesprochen gut und passt auch optisch sehr gut ins Bild. Natürlich gibt es, gerade im Gesicht, einige Unterschiede. Das ist ganz normal. Leider hat er aber nie die Chance wirklich zu brillieren. Mit einem besseren Script, hätten wir ziemlich sicher eine noch bessere Leistung von ihm gesehen.

Von Hexen und Monstern

Wenn man dem Film eines lassen muss, dann dass er mit einem vergleichsweise geringen Budget (50 Millionen USD) optisch sehr gute Effekte liefert. Natürlich sollte jedem klar sein, dass uns hier keine riesigen Schlachten und Effekte im Ausmaße eines Blockbusters wie Avengers oder Avatar erwarten! Die Monster wurden alle sehr cool designed und gerade durch das R Rating herrlich abstoßend gestaltet. Ab und an wünschte man sich zwar, einige Körperteile würden verdeckt bleiben, doch hilft das der Atmosphäre ungemein. Egal ob es die Riesen sind, mit welchen Hellboy es zu tun bekommt, schrumpelige Hexen oder Kreaturen aus den Tiefen der Hölle. Monster-Fans kommen hier auf alle Fälle auf ihre Kosten!

Die böse Hexe Baba Yaga (Copyright: Universum Film)

Wo Monster sind, ist das Blut nicht weit… So könnte man das Motto des Films auch beschreiben. Nahezu in jeder Szene in welcher ein Monster auftaucht, fliegen dutzende Liter CGI-Blut und Körperteile durch das Bild. Als Splatter-Fan hatte ich damit natürlich ordentlich Spaß, jedoch hat es dem Film auch ein Stück weit geschadet. Denn es wirkte leider oft so, als hätte man jetzt unbedingt Gewalt einfügen müssen. Nach unzähligen Gedärmen und zerfetzten Körpern stellt man sich irgendwann die Frage, ob weniger nicht manchmal mehr ist. Weniger Gewalt, hätte die vorhandene unter Umständen intensiver werden lassen, was wiederum zu einer dichteren Atmosphäre beigetragen hätte.

Lauf Hellboy, Lauf! (Copyright: Universum Film

Wenn ein Horn abbricht..

Das größte Problem des Films, ist ohne Zweifel das schwache Script! Abgesehen davon, dass die Charaktere quasi immer nur von A nach B eilen, besteht der Film auch darauf, nahezu alle Handlungsstränge dutzende male neu zu erläutern. Scheinbar dachte man, die Zuschauer hätten nicht viel im Kopf. Der Soundtrack kommt mit einer Menge Rock daher, was nicht verwundert. Hängt doch immerhin ein ReFused Poster in Hellboys Zimmer! Leider wirkt es aber so, als hätte man einfach ein paar coole Songs einbauen wollen, denn wirklich passen tuen diese nur selten. Auch als in der zweiten Hälfte des Films immer mehr auf einen echten Score gesetzt wurde, konnte es dem Gesamtbild nicht helfen. Da wäre mehr drin gewesen!

Milla Jovovich als Nimue (Copyright: Universum Film)

So bleibt beim gucken leider immer ein fader Beigeschmack. Der Film will etwas sein, wozu er auch das klare Potential hat, es aber einfach nicht schafft umzusetzen. Aus Sicht der Darsteller gibt es nicht viel zu meckern. Egal ob Harbour, Jovovich oder die Nebendarsteller wie Ian McShane, Sasha Lane und Daniel Dae Kim. Alle liefern eine solide bis gute Darstellung ihrer Charaktere.

Das Fazit:

Hellboy: Call of Darkness ist bei weitem kein Totalausfall, als welcher er oft dargestelt wird. Ich hatte durchaus Spaß mit dem Film, was vor allem an der Optik und dem Splatter lag. Wer auf Filme wie Hänsel & Gretel Hexenjäger steht, wird auch hier seinen Spaß haben. Harbour überzeugt als Halbdämon und ich hätte nichts dagegen, ihn noch einmal in der Rolle zu sehen. Leider schafft es der Film aber nicht aus der Mittelmäßigkeit raus zu kommen. Egal ob es das schwache Drehbuch, der mäßig passende Soundtrack oder der unglaublich enttäuschende Endkampf ist, hier wäre an vielen Stellen deutlich mehr drin gewesen! Von Neil Marshall ist man deutlich besseres gewohnt, so z.B. die Genre-Perle Dog Soldiers oder den Monster-Horror The Descent. Ob und wie es mit dem Hellboy Universum weitergehen wird bleibt abzuwarten. Ich für meinen Teil hatte Spaß und würde gerne eine Fortsetzung sehen. Für einen gemütlichen Abend auf der Couch ist der Film definitiv empfehlenswert.

  • Kinostart: 12.04.2019 Regie: Neil Marshall
  • Darsteller: David Harbour, Milla Jovovich, Ian McShane u.a.
  • Laufzeit: 120 Min.
  • Freigabe: Ab 16 Jahren
  • Genre: Fantasy, Horror, Action

Vielen Dank an Universum Film für die Bereitstellung von Freikarten!

Wenn euch die Review gefallen hat und ihr gerne regelmäßig Reviews und Artikel rund um die Themen Nerd und Film lesen wollt, dann folgt meinen Social Media Kanälen auf Facebook, Instagram und Pinterest

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

RSS
Facebook
Instagram
Twitter
Pinterest