Comic Kritiken

Kritik – Modded: Cinema Purgatorio by Alan Moore

Modded ist der nächste Part aus Alan Moores Cinema Purgatorio, welcher uns auf ein wildes Abenteuer zwischen Mad Max und Pokemon mitnimmt. Klingt verrückt? Ist es auch! Die junge Fringe befindet sich im „Schnapp` sie dir alle-Land“ und will eigentlich nur mit ihrem liebsten Dämon spielen. Autor Kieron Gillen hat tief in der Adventure-Game-Kiste gekramt und liefert eine witzige und spannende Story ab. Was es neben Dämonen und einer Apokalypse sonst noch zu sehen gibt, erfahrt Ihr hier.

Wie eingangs erwähnt, spielt Modded im Schnapp`sie dir alle-Land. Nach einer verheerenden Apokalypse, ist der Atlantik trockengefallen und dient seitdem als Behausung von allerhand Leuten. Genauer gesagt – Dämonensammlern. Denn hier tummeln sich hunderte, verschiedene Monster. Diese werden von den Sammlern für wahnwitzige Kämpfe und Turniere gefangen und gar aufgemotzt. Modded steht übersetzt für „aufgemotzt“. Fringe wird Teil eines Kampfes, in welchem sie ihren geliebten Fluffbumble an Tommy Zero verliert. Fortan will sie alles daran setzen, ihren Dämon zurückzuerlangen. Zur Seite steht ihr dabei Bloody Susan. Eine erfahrene Dämonensammlerin, welche noch eine Rechnung mit Tommy offen hat…

Puh – das klingt aber ordentlich abgedreht, werden sich viele jetzt wahrscheinlich denken. Genau das ist es auch. Dass sich Kieron Gillen (Once & Futurehier geht es zur Kritik!) an Pokemon orientiert hat, ist offensichtlich. Allerdings ist das hier die Variante auf Speed. Denn anders als die beliebten Taschenmonster, werden die Kämpfe in der Welt von Modded bis zum tode der Dämonen ausgetragen. Schon bei der Optik der Gestalten dürfte jedem klar sein, dass das hier nichts für Kinder ist. Von wandelnden Dildos, über grauenvolle Monster bishin zu mit Geschlechtsorganen ausgestatteten Kreaturen, welche die Bedürfnisse ihrer Besitzer stillen sollen. Kreativ – ohne Zweifel! Feiner, britischer Humor trifft Action-Comedy und Popcorn-Kino. „Haste mal Preacher gelesen? – Kann nicht lesen!“ Subtil, aber effektiv.

Die Zeichnungen in Modded (Bild: Renes Nerd Cave/Dantes Verlag)
(Bild: Renes Nerd Cave/Dantes Verlag)

Teabagging und Sidequests – Modded

Wer sich auf die abgefahrene Thematik einlässt, wird obendrauf mit dutzenden Anspielungen und Querverweisen an die Welt der Videospiele belohnt. Gewisse Kenntnisse eben jener sind nicht zwingend erforderlich. Der Dantes Verlag bringt nach den einzelnen Kapiteln Infoseiten, auf denen Begriffe wie Ragequit, Teabagging oder Verweise auf die Geschichte der Videospiele erklärt werden. Gillen hat am Anfang seiner Karriere als Autor bei gewissen Magazinen rund um Games gearbeitet. Daher besitzt er ausgezeichnete Kenntnisse innerhalb der Branche. Das alles mit einer Post-Apokalypse alá Mad Max zu kreuzen ist ebenso genial wie irrsinnig. Letztendlich muss man diese Kombination natürlich mögen – meiner Meinung nach, geht sie vollkommen auf.

Seitens der Optik liefern die Zeichner Ignacio Calero und Nahuel Lopez einen fantastischen Job. Die Artworks sind, wie für Cinema Purgatorio üblich, in schwarz/weiß gehalten. Durch die detailreichen Bilder und die sehr gelungenen Inks, ist die gesamte Geschichte ein Genuss für die Augen. Besonderes Augenmerk liegt natürlich auf den wilden Kreaturen. Egal ob es der liebevolle Fluffbumble ist, der blutrünstige Mister Boom (siehe Cover) oder die dutzenden, anderen Wesen. Besonders durch die optischen Aufwertungen der Trainer an ihren Kreaturen, wird jedes umblättern zu einer Überraschung. Zwischen Dödel-Gattlings, Smiley-Stachel-Fäusten und einfachen Hüten, ist alles möglich. Wenn ich dem Comic etwas ankreiden müsste, dann dass wir nur einen Bruchteil der scheinbar existierenden Wesen und Mods zu Gesicht bekommen. So erfahren wir recht früh, dass es alleine über 500 Wesen geben soll.

Die Hauptfigur! (Bild: Renes Nerd Cave/Dantes Verlag)
(Bild: Renes Nerd Cave/Dantes Verlag)

Pen and Paper war gestern!

Das Modded in sich abgeschlossen ist, geht vollkommen in Ordnung. Die Geschichte liefert auf ihren 192 Seiten sehr kurzweilige Unterhaltung und räumt ihren verschiedenen Charakteren genügend Platz ein um sich zu entfalten. Das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf Fringe und ihrem Abenteuer. Doch auch Infos zu Nebencharakteren und der Welt des Cinema Purgatorio-Ablegers kommen nicht zu kurz. Nicht zuletzt wegen der drastischen Erzählweise entsteht eine spezielle, aber sehr authentische Atmosphäre, welche mir persönlich sehr gefallen hat. Wer vor diesem Comic keine Schimpfworte oder abgefahrene Beleidigungen kannte, wird hiernach ein neuer Mensch sein!

Das (gemoddete) Fazit:

Cinema Purgatorio – Modded ist alles, nur nicht langweilig. Der Irre Mix aus Pokemon, Mad Max, Final Fantasy und diversen andere Genrevertretern der Pop Kultur, lädt zum Spaß haben ein. Das liegt zum Einen an der cleveren Einbindung von Gaming-Verweisen seitens Kieron Gillen, zum Anderen an den überaus stimmigen Zeichnungen der Artists. Jedes noch so irre Monster sieht einfach fantastisch aus und sorgt entweder für Spaß oder Abscheu – keine schlechte Quote. Allgemein ist die Geschichte äußert makaber, frivol und derbe schwarzhumorig angesiedelt. Sicherlich nichts für jeden. Wer sich darauf einlassen kann, wird auf knappen 200 Seiten bestens unterhalten. Das Abenteuer der kleinen Fringe ist spannend, bietet Humor und besitzt darüber hinaus gelungene Twists. Alles, was ein gutes Abenteuer benötigt. Wer Code Pru von Garth Ennis mochte, wird hier auch Gefallen dran finden.

  • Erstveröffentlichung: 12/2020
  • Autor: Kieron Gillen
  • Zeichner: Ignacio Calero/Nahuel Lopez
  • Seiten: 192
  • Preis: 25€
  • Genre: Fantasy/Action
  • Formt: Hardcover
  • Verlag: Dantes Verlag

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