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Kritik – Eternals – Göttliches Sci-Fi Spektakel von Marvel

Eternals ist der nächste Film aus dem Marvel Cinematic Universe. Darin lernen wir die mächtigen und unsterblichen Wesen kennen, welche seit tausenden von Jahren über die Erde wachen. In den Marvel Comics bereits seit den Siebzigern vertreten, feiern Charaktere wie Sersi ider Ikaris nun ihren lange erwarteten Einstand. Thematisch mit Brisanz und Spannung gefüllt, warten einige Überraschungen auf den Zuschauer. Doch weiß der Film auch darüber hinaus zu gefallen? Hier erfahrt Ihr, wieso ich ein wenig geteilter Meinung bin.

Seit 7000 Jahren wandeln die mächtigen Eternals über die Erde. Damals landeten sie mit ihrem Schiff auf dem Planeten, um diesen von den fiesen Deviants zu befreien. Mächtigen Monster, welche sich von intelligentem Leben ernähren. Über die Jahrtausende hinweg erlebten die Helden, wie sich aus der primitiven Lebensform „Mensch“, eine immer stärker werdende Art entwickelte. Eingreifen durften sie dabei aber nur in den seltensten Fällen. So z.B., wenn ein technischer Schubs in die richtige Richtung nötig war. Die Eternals bestehen aus den Mitgliedern Sersi (Gemma Chan), Ikaris (Richard Madden Game of Thrones), Kingo (Kumail Nanjiani), Sprite (Lia McHugh), Phastos (Brian Tyree Henry), Makkari (Lauren Ridloff), Gilgamesh (Don Lee), Druig (Barry Keoghan), Thena (Angelina Jolie) und Ajak (Salma Hayek), der Anführerin. Im hier und jetzt ist die Gruppe schon lange getrennt. Sersi arbeitet als Kuratorin im Museum. Wo es die Anderen hinverschlagen hat weiß sie nicht genau. Als jedoch eines Tages erneut Deviants auftauchen, beginnt der Jahrtausende Jahre alte Kampf erneut…

Angelina Jolie als Thena in Eternals (Bild: Marvel Studios/Disney)
Angelina Jolie als Thena (Bild: Marvel Studios/Disney)

Eternals – vollkommen göttlich?

Erschaffen und kreiert wurden die galaktischen Figuren von niemand geringerem als Jack Kirby. Nach seiner Rückkehr zu Marvel, erschien im Jahr 1976 The Eternals #1. Parallelen zu seiner New Gods Story von DC Comics waren dabei keine Seltenheit. Über die Jahre wuchs das Universum der Figuren immer mehr. Stetige Verbindungen in die Welt von Thor sind heute noch gegeben. Auch seitens der Charaktere gibt es heute eine große Menge. Immer dabei – die Celestials. Diese gehören zu den ältesten Lebensformen im Universum und haben die Eternals erschaffen, damit diese die fiesen Deviants eliminieren. Der Film von Chloé Zhao (Nomadland) nimmt auf all das Bezug, spinnt das Rad allerdings auch weiter.

Eternals, der großes Potential im Gepäck hat um zu einem der Highlights im MCU zu werden, wird natürlich stark erwartet. Nachdem wir mit den Guardians of the Galaxy, Doctor Strange und Avengers Endgame bereits viele magische und galaktische Ausflüge in die Tiefen des Marvel Universum unternommen haben, war es nur eine Frage der Zeit, ehe uns auch diese Charaktere beehren. Das wir Sersi, Ikaris, Ajak und Co. dabei begleiten, wie sie in Rückblicken beim Aufstieg und Fall Babylons, dem Untergang der südamerikanischen Ureinwohner und diversen anderen, für die Welt bedeutenden Ereignissen dabei waren, verleiht der Story ein atmosphärisches und spannendes Gewand. Eingefangen werden solche Szenen, wie auch spätere Kämpfe, in kontrastreichen und optisch ansprechenden Bildern.

Mit halber Kraft vorraus!

Die ganze Thematik rund um die Celestials und der tausende Jahre umfassenden Geschichte eben jener, weiß von Anfang an zu gefallen. Mit Darstellern wie Angelina Jolie, Richard Madden oder Kit Harrington wurden vielversprechende Darsteller gecastet, welche allesamt ihre Rollen hervorragend ausfüllen. Über die ganzen zweieinhalb Stunden gesehen, verpasst es der Film aber leider zu oft, sich aus der Masse an Marvel Content der letzten Jahre abzuheben. Das liegt vor allem daran, dass sich Zhou nicht traut, den Film aus dem klassischen Korsett herauszuholen. Anstatt sich mehr mit der Tragik innerhalb der Charaktere auseinander zu setzen, Blicke in längst vergangene Tage zu werfen und wortwörtlich göttliche Unterhaltung zu bieten, landen wir wieder in Schema M (für Marvel). Die ewige Suche nach den verstreuten Teammitgliedern, die Entdeckung eines neuen, mächtigen Feindes und die gewohnte Dramaturgie innerhalb des Teams. Das alles war einfach schon zu oft, in exakt gleicher Konstellation zu sehen.

Schade ist das vor allem, da die eigentliche Geschichte ordentliche Brisanz enthält. Eine Gruppe von gottgleichen Wesen, welche als gemeinsamer Nenner für bedeutende Ereignisse der Menschheit stehen. Mythen, große Legenden, Götter. Die inneren Konflikte einzelner Charaktere wie Druig, der daran zerbricht den Menschen nicht helfen zu dürfen, werden leider nur angeschnitten. Gerade in dieser Hinsicht geht der Film letztendlich zu wenig in die Tiefe. Auch der typische Humor wirkt, in Anbetracht der eigentlich ernsten Handlung, eher aufgesetzt. Wenngleich viele Jokes funktionieren, wäre weniger eindeutig mehr gewesen. Deutlich besser funktionieren da schon eher die enthaltenen Twists.

Richard madden heizt als Ikaris ordentlich ein! (Bild: Marvel Studios/Disney)
Richard madden heizt als Ikaris ordentlich ein! (Bild: Marvel Studios/Disney)

Sign of the times

Wohingegen der Film nahezu alles richtig macht, ist die Metaebene. Bereits am Anfang wird auf diverse Ereignisse innerhalb des MCU Bezug genommen. Wer genauer hinsieht, wird oft kleine Easter Eggs entdecken. Das ist aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Eternals ist keineswegs ein misslungener Film! Er macht vieles richtig und beweist erneut, dass in der Welt der Comics im Kino noch lange nicht das ganze Pulver verschossen wurde. Vielmehr stehen wir, trotz der Masse an Filmen, gerade einmal am Anfang der Möglichkeiten. Langsam aber sicher sind wir jedoch an dem Punkt, an dem die Verantwortlichen sich einmal Gedanken um die Herangehensweise machen müssen. Dass man sich traut auch unbekannte Charaktere ins Rampelich zu stellen, wurde jüngst mit Shang Shi bewiesen. Dabei darf die Individualität und Abwechslung allerdings nicht zu kurz kommen.

Anmerkung: Es gibt sowohl eine Mid, als auch eine After Credit Szene. Beide sind sehenswert und geben schöne Hinweise auf künftige Projekte. Ihr werdet überrascht sein!

Das Fazit:

Eternals von Chloé Zhou ist ein galaktisches Science Fiction Spektakel mit Starbesetzung. Mit sehenswerten Effekten und Schauplätzen ausgestattet, lernen wir die Eternals und Celestials kennen und erhalten damit erneut neue Charaktere innerhalb des Marvel Cinematic Universe. Leider weiß sich keine der Figuren prägnant herauszustellen. Trotz der Länge des Films, kommen diverse Figuren zu kurz. Generell wäre es nicht verkehrt gewesen, den Film in diversen Szenen etwas zu verkürzen. Der doch eher ruhige Aufbau der Handlung und die allgemeine Länge, werden nicht jedem Zuschauer zusagen. Schade ist vor allem, dass sich der Film nicht aus der Masse an Marvel Produktionen herausheben kann. Zu eng sitzt das Korsett. Trotz allem weiß der Film aber über weite Teile zu gefallen und macht Lust auf das, was als nächstes kommt. Fans der Comics und der bisherigen Filme werden sicher ihren Spaß mit dem Werk haben. Für Neueinsteiger mag der Film jedoch weniger geeignet sein.

Bewertung: 3 von 5.
  • Erstveröffentlichung: 04.11.21
  • Regie: Chloé Zhou
  • Darsteller: u.a. Richard Madden, Angelina Jolie, Kit Harrington, Don Lee
  • Laufzeit: 157 Minuten
  • Freigabe: ab 12 Jahren
  • Genre: Superhelden, Sci-Fi
  • Studio: Marvel Studios
  • Verleih: Disney

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