Comic Kritiken

Kritik – Welt ohne Ende – Klimawandel, Iron Man und Zeitmangel – Reprodukt

Mit Welt ohne Ende beschert uns der deutsche Verlag Reprodukt einen Titel, welcher auf interessante Art und Weise, das Thema Klimawandel behandelt. Dabei wird das komplexe Thema, mit liebevollen Zeichnungen und Illustrationen dargestellt. Doch was hat Marvels Iron Man damit zu tun? Das und mehr, erfahrt Ihr in meiner Kritik.

Eines, wenn nicht das größte Problem unserer Zeit, ist der unaufhaltsame Klimawandel und die Veränderungen, die der blaue Planet durchlebt. Der französische Comiczeichner Christophe Blain hat sich mit dem renommierten Klimaforscher und Experten für Energiefragen Jean-Marc Jancovici zusammengetan, um über das Thema zu sprechen. Aber ist an der Erwärmung der Erde, dem Artensterben und den anderen Problemen, überhaupt etwas dran?

Klimawandel, ökologische Engpässe und immer kleiner werdender Lebensraum für viele Tierarten. Die traurige Realität ist, dass viele dieser Probleme von Menschenhand erschaffen wurden. Doch ist das bereits das Ende des Weges? Keinesfalls! Genau mit dieser Prämisse, treiben die kreativen Köpfe hinter dem Buch, die Handlung voran. Denn Welt ohne Ende will mehr sein, als ein erhobener Zeigefinger, der richten will.

Was hat Iron Man denn hier zu suchen? (Bild: Reprodukt Verlag)
Was hat Iron Man denn hier zu suchen? (Bild: Reprodukt Verlag)

Welt ohne Ende – Oder eben nicht!

Eine der Stärken der Handlung, ist die verständlich gestaltete und klar ausgedrückte Herangehensweise, an die sehr komplexen Themen. Von der Definition, über die Geschichte als auch die Entwicklung und den Fortschritt sowie den Folgen. Die Themen wie Energien und ihre Arten, Klimawandel und ökologische sowie wirtschaftliche Auswirkungen, werden in klaren Schritten, intelligent und oft humorvoll herübergebracht. Iron Man als Sinnbild für die Nutzung von Energien zu benutzen, ist ebenso clever wie verrückt. Gerade für Superhelden und Pop Kultur affine Leser, bietet Welt ohne Ende viele, symapthische Veranschaulichungen. Neben Doc Brown aus Zurück in die Zukunft, finden sich auch Charaktere aus Star Wars und anderen, bekannten Filmen im Buch.

Da die Ressourcen und der Platz auf der Erde alles andere als unendlich sind, müssen Lösungen her. Hier bietet Jancovici auf neutrale und sachliche Art, diverse Ansätze. Natürlich bleibt es abzuwarten, welche und wie viele davon realistisch sind. Doch gerade die Rollenverteilung der Kreativen, erbringt eine angenehme Dynamik. So ist Jancovici der wissenschaftliche und sachliche und Blaine der kritische Part, der vieles hinterfragt. Hinterfragen tut man nach dem Buch, sicher vieles. Die Emissionen, welche allein durch die neumodische Wegwerfgesellschaft täglich verursacht werden, sind unfassbar. Konsum und Luxus stehen im krassen Defizit zur Verfügbarkeit von natürlichen Rohstoffen. So veranschaulicht – erschreckend und beängstigend zugleich!

Welt ohne Ende - Wirklich endlos? (Bild: Reprodukt Verlag)
(Bild: Reprodukt Verlag)

Eigens geschaffene Probleme

Was relativ schnell klar wird ist die Tatsache, dass die meisten Probleme, von Menschenhand erschaffen sind. Umso wichtiger ist es, Alternativen zu finden. Seien wir mal ehrlich. Die Menschheit wird sich in den nächsten Jahrzehnten nicht zurück orientieren. Doch Alternativen können dazu beitragen, den Verbrauch von endlichen Rohstoffen zu verlangsamen. Die Zeit ist keinesfalls unser Freund. Auch darauf geht Welt ohne Ende auf eine teils klare, teils humorvolle Art ein. Der Humor wirkt dabei allerdings keinesfalls überzogen, unpassend oder aufgesetzt. Bei solch einem schwierigen Thema, kein leichtes Unterfangen.

Wer sich nach alledem denkt „Ich habe mit Erdkunde und Wissenschaft nichts am Hut und das Ganze ist mir zu kompliziert“ – Die Themen sind wunderbar verständlich dargelegt und inszeniert. Wenn man dem Buch einen Kritikpunkt spendieren will, vielleicht für den Aspekt, dass es sich gelegentlich anfühlt wie eine Schulstunde. Das kann gerade am Anfang ein wenig zäh wirken. Je weiter die „Handlung“ jedoch fortläuft, desto mehr entwickelt sich alles zu einer kurzweiligen Informationsquelle.

Das Fazit:

Welt ohne Ende von Jean-Marc Jancovici und Christophe Blain, erschienen im Reprodukt Verlag, ist eine spannend geschriebene und liebevoll gestaltete Reise zwischen dem modernen Energiewunder und der daraus resultierenden Klimakriese. Dabei wollen die Autoren keinesfalls mit dem Finger auf jemanden zeigen, als vielmehr aufklären. Garniert wird das Ganze mit allerhand Pop Kultureller Anspielungen und Anekdoten. Welt ohne Ende könnte problemlos in den modernen Schulunterricht mit einbezogen werden.

Es bringt die Probleme klar und nüchtern auf den Punkt und bietet dabei Lösungsansätze. Wissenschaftliche Themen werden einsteigerfreundlich und mit einer angenehmen Prise Humor garniert. Das anfängliche Gefühl einer Schulstunde legt sich recht schnell. Lediglich die Tatsache, das es vielmehr wie eine Präsentation (ich fühlte mich zwischendurch an Mr. DNA aus Jurassic Park erinnert) anstelle einer klassischen Geschichte anmutet, ist schade. Wer ein Happy End sucht, ist hier falsch. Wir müssen der Realität ins Auge blicken. Doch die Lösungsansätze sind versöhnlich, wenn sie umgesetzt werden (können).

Bewertung: 3.5 von 5.
  • Erstveröffentlichung: 09.05.2022
  • Autor: Jean-Marc Jancovici
  • Zeichner: Christophe Blain
  • Preis: 39,00€
  • Seiten: 196
  • Genre: Wissenschaft, Erdkunde, Dokumentation
  • Format: Hardcover
  • Verlag: Reprodukt

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