Comic Kritiken

Daredevil – Ein kalter Tag in der Hölle – Comic Kritik

Mit Daredevil Ein Kalter Tag in der Hölle (OT: Cold Day in Hell) liefern uns die renommierten Marvel-Größen Steve McNiven (welcher hier sowohl als Co-Autor als auch Zeichner agiert) und Charles Soule einen Kracher. Jahre in der Zukunft sind Matt Murdocks Kräfte längst dahin, doch er hilft weiterhin den Bedürftigen. Eines Tages jedoch, ereilt ihn ein wegweisendes Schicksal… Nachdem vor fast zwei Jahrzehnten mit Old Man Logan ein Konzept kreiert wurde, welches nicht nur das legendäre The Dark Knight Returns aufgegriffen, sondern die Idee noch weitergeführt hat, wundert es nun wenig, das auch Daredevil in den Genuss einer solchen Story kommt. Doch ist es auch eine lohnenswerte Leseerfahrung? Lest selbst…

Die Tage der Selbstjustiz, der Gerichtsprozesse und wilden Verfolgungsjagden über den Dächern von New York, sind für Matt Murdock bereits lange Geschichte. Er ist in die Jahre gekommen, alt und seine Superkräfte sind schon lange adé. Trotzdem hat er es sich zur Aufgabe gemacht, den Bedürftigen in Hells Kitchen weiterhin zu helfen. Er betreibt eine Suppenküche und versorgt Leute ohne Obdach und Möglichkeiten. Als er jedoch eines Tages überfallen wird, erlangt er durch einen Zufall seine Kräfte zurück. Im Angesicht einer verbrecherischen Welle sieht er sich gezwungen, den Kampf gegen das Verbrechen erneut auf sich zu nehmen. Noch ahnt er jedoch nicht, welcher Superschurke sich hinter dem Grauen verbirgt, welches sein Viertel heimsucht…

Die erste Interior Page aus "Daredevil - Ein kalter Tag in der Hölle" - Bild: Marvel Comics/Steve McNiven
Bild: Marvel Comics/Steve McNiven

Mit Daredevil – Ein kalter Tag in der Hölle kehrt Steve McNiven in ein gewohntes Territorium zurück. Nachdem er Mitte der 00er Jahre den modernen Marvel Klassiker „Old Man Logan“ kreierte, folgte einige Jahre später eine gleichnamige Ongoing-Series. Dort arbeitete er u.a. bereits mit Charles Soule zusammen. Einem Autor, welcher vor einigen Jahren Erfahrungen mit dem Mann ohne Furcht sammeln konnte. Mehr dazu lest Ihr in meinen 5 Gründen, warum Charles Soule´s Daredevil ein Erfolg ist. Nachdem die Idee zur Geschichte nun einige Jahre gereift ist, eine Pandemie überdauert hat und diverse Anpassungen erfahren hat, sind die drei US Issues nun hier. In Deutschland veröffentlich Panini den Titel als Sammelband. Wahlweise als Soft- oder Hardcover.

Ein kalter Tag… Hell´s Kitchen erwacht

Wie in Geschichten dieser Art üblich, ist der Ort des Geschehens leicht dystopisch. Polizeigewalt, Abriegelungen von Städten und gegensätzliche Gegenden (reich/arm) gehören zum Standard-Repertoire. Genau hier spielt auch Daredevil – Ein kalter Tag in der Hölle. Wir begegnen Matt Murdock als alten Mann an einem Grab. Er führt melodramatische, innere Monologe und kehrt in das dystopische New York zurück, welches kein Vergleich mehr ist, zu den rosigen Zeiten des einstigen Mannes ohne Furcht. Maskierte Helden sind längst ein Teil der Vergangenheit der Stadt. Die Zeichnungen von McNiven fangen die Grundstimmung gekonnt ein. Depressiv und zynisch, mit einem Hauch von Hoffnung. Ein Aspekt, welcher sich auch in der Erscheinung der Figuren widerspiegelt. So sind es vor allem die Gegenspieler, welche einen gealterten und zum Teil überzeichneten Look erhalten haben.

Mit fortlaufender Handlung offenbaren sich nicht nur interessante Wendungen in der Handlung, auch die Optik wird zunehmend düsterer. Dies liegt vor allem daran, dass einige verstörend bis morbide erscheinende Szenerien aufkommen. Ein Fan-Liebling welcher 2026 gleich zweifach zu sehen sein wird, erscheint im wohl verstörendsten Look, den er bisher trug! Damit einhergehend sind allerdings auch gewisse Elemente, welche letzlich etwas fehl am Platz wirken. So bewegt sich die Handlung selbst eher auf einem geerdeten, Street Level typischen Vibe. Futuristische Maschinen-Rüstungen (alá Iron Man und Co.) wirken da eher deplatziert. Vor allem, weil sie der Handlung selbst, wenig Mehrwert bieten.

Daredevil - Ein kalter Tag in der Hölle" - Bild: Marvel Comics/Steve McNiven
Bild: Marvel Comics/Steve McNiven

Das Ziel im Blick

Während Matt sich im Klaren darüber ist, dass seine Kräfte nicht ewig bleiben, muss er alles auf eine Karte setzen. Im Zuge seines womöglich letzten Feldzug gegen das Verbrechen, begegnet er auch alten Weggefährten. Es ist interessant zu sehen, welche Vision McNiven und Soule haben, mit Figuren wie Foggy Nelson und Co. Trotz des begrenzten Platzes (3 US Ausgaben), blicken wir auf ein gelungenes World-Building. Auch, wenn nahezu alle Figuren zu bekannten Gesichtern gehören – Die alternde Herangehensweise birgt Möglichkeiten und ungewisse Züge. Da ist es fast schon schade, dass dennoch einige Aspekte etwas auf der Strecke bleiben. Ein scheinbarer Twist rund um den Kingpin – Am Rande erwähnt, jedoch mit (so scheint es) weitreichenden Folgen für das Resultat, auf welches wir hier blicken. Auch die (verhältnismäßig leichte) Dystopie kommt nach Ausgabe 1 nur noch selten zur Geltung. Zwar ist man sich bewusst in welcher Welt die Handlung spielt, richtig erwachen tut diese jedoch nicht.

Das Fazit:

Daredevil – Ein kalter Tag in der Hölle von Marvel Comics, geschrieben von Charles Soule und gezeichnet von Steve McNiven ist ein interessanter Ausblick auf die Zukunft des Teufels von Hell´s Kitchen. Gealtert und wenig kraftvoll, blickt er dem Schicksal ins Gesicht. Die Handlung selbst wirkt wenig intuitiv und erfindet das Rad nicht neu. Trotzdem bewegt sie sich auf einem kurzweiligen Terrain, welches sich vor den weiteren „Themen-Vertretern“ nicht verstecken muss. Die Optik passt wie die rote Faust aufs Auge und erweckt die Geschichte auf atmosphärische Art und Weise. Die wenigen Kritikpunkte, wie übertrieben wirkende Gimmicks und inhaltliche Einschränkungen, ändern nichts an der Tatsache, dass die Miniserie eine spannende Bereicherung in der Welt von Daredevil darstellt.

Bewertung: 4 von 5.
  • Erstveröffentlichung: 04.12.2025
  • Autor: Charles Soule
  • Zeichner: Steve McNiven
  • Preis: ab 14,00€
  • Seiten: 104
  • Format: Softcover/Hardcover
  • Genre: Action, Superhelden
  • Eigenständig: Ja
  • Inhalt: Daredevil – Cold Day in Hell #1-3
  • Verlag: Marvel Comics
  • Publisher: Panini Comics Deutschland

Neues im Nerd Cave

Ihr wollt immer up to date bleiben und keine Reviews und Artikel verpassen? Dann folgt meinem Blog auf Facebook, Instagram oder TikTok und erhaltet dort noch viel mehr Input! Ich würde mich freuen!

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.