Film & Serien Kritiken

Wonder Man – Meta Ebene im Showbiz – Disney+ – Kritik

Mit Wonder Man erreichte am 28.01.26 eine der wohl abwechslungsreichsten Serien-Auskopplungen des Marvel Cinematic Universe den hauseigenen Streamingdienst Disney+. Darin begleiten wir den nicht so erfolgreichen aber ambitionierten Schauspieler Simon Williams, welcher alles daran setzt, die Rolle seines Lebens zu ergattern. Zwischen verborgenen Kräften, Schauspiel-Castings und dem Dschungel von Hollywood, wird ein Held geboren. Immer im Fokus – Eine interessant konzipierte Meta-Ebene, zwischen realer Welt und Fiktion. Ob die acht Folgen begeistern können und was ihr über die Marvel-Figur wissen müsst, lest Ihr in der folgenden Kritik.

Simon Williams wartet im hart umkämpfen Hollywood noch auf den großen Durchbruch. Er hangelt sich von Rolle zu Rolle, hat aber zumeist wenig Glück. Als er Trevor Slattery kennenlernt, einen mit Schlagzeilen behafteten Hollywood-Star, ändert sich sein Leben schlagartig. Beide sprechen für das Remake von „Wonder Man“ vor. Aus den Beiden wird ein ungleiches Buddy-Duo. Noch ahnt Simon allerdings nicht, dass hier weniger Zufälle geschehen, als er glaubt. Das Departement of Damage Control ist ihm auf den Versen. Er besitzt Superkräfte, welche er verbirgt. Denn Kräfte werden im Showbiz nicht gerne gesehen…

Wonder Man ist zum ersten Mal in „The Avengers #9“ von 1964 aufgetreten. Der mit ionischen Kräften ausgestattete Charakter war einst als Superbösewicht konzipiert und kämpfte gegen die Rächer. Doch später wurde er „neugeboren“ und als Held etabliert. Neben einer eigenen Heftreihe in den Neunzigern, trat er vor allem in verschiedenen Teams wie den West Coast Avengers auf und hatte über die Jahrzehnte auch Auftritte in animierten Serien. Der eher unbekannte Charakter aus dem Haus der Ideen passt damit erneut in die Riege von Figuren, welche dank Serien auf Disney+ neue Berühmtheit erlangen. Im direkt-Vergleich gibt es jedoch erhebliche Unterschiede. Während Simon in der Serie ein werdender Schauspieler ist aus eher durchschnittlichen Verhältnisse, war er in den Comics bislang der Sohn eines reichen Geschäftsmannes. Seine Kräfte erlangte er durch Baron Zemo, welche sich gemeinsam an den Avengers rächen wollten.

Kingsley & Abdul-Mateen II als Trevor Slattery und Simon Williams (Bild: Disney+, Marvel Studios, A Walt Disney Company)
Kingsley & Abdul-Mateen II als Trevor Slattery und Simon Williams (Bild: Disney+, Marvel Studios, A Walt Disney Company)

Wonder Man – Das darstellerische Duo

Wonder Man bietet dank seiner erfrischen Herangehensweise eine tolle Abwechslung zu den weiteren Auskopplungen des MCU. Vor allem die interessant konzipierte Meta-Ebene ist es, welche die Serie oftmals greifbar gestaltet. So begegnen wir nicht nur realen Persönlichkeiten (u.a. Ashley Greene) an Serien-Sets von z.B. American Horror Story. Auch die charakterlichen Eigenschaften und Ängste der Figuren, spiegeln die reale Welt häufig wieder. Zukunftsängste, Minderheiten und Erfolgsdruck sind stets real. Das Simon Williams hier als eher bodenständiger und glückloser Schauspieler agiert, ist ein interessanter Ansatz, welcher so noch nicht stattgefunden hat. Yahya Abdul-Mateen II (Black Manta aus Aquaman) verkörpert die Figur ausgesprochen authentisch und in Kombination mit Ben Kingsley, entsteht eine kurzweilige Achterbahnfahrt aus Schauspielerei, Einblicken in das Showbiz Hollywoods sowie ungleichen Freundschaften.

Generell bietet der Charakter Trevor Slattery, welcher von Kingsley verkörpert wird, eine spannende Grundlage. Jener war der falsche Mandarin in Iron Man 3. Ein Ruf, welcher dem Ex-Verurteilten immer noch nacheilt. Auch dadurch wird ein greifbares Element in das MCU eingebettet. Wenngleich vor allem Deadpool und She-Hulk schon mit Meta-Ebenen gespielt haben, ist es hier eine durchaus greifbare Variante. Es wird spannend bleiben, inwiefern dies in künftigen Projekten noch ausgeweitet werden kann.

Simon Williams, der Wonder Man (Bild: Disney+, Marvel Studios, A Walt Disney Company)
(Bild: Disney+, Marvel Studios, A Walt Disney Company)

Schattenseiten

Trotz der bis hierhin kurzweiligen Herangehensweisen und der tollen Dynamik von Mateen II und Kingsley, lässt die Serie in gewisser Hinsicht Federn. Das eine Marvel Comics Serie nicht nur aus Action und Kloppereien bestehen muss, sollte klar sein. Vielmehr sind es clevere Mischungen, welche schon häufiger für qualitative Furore gesorgt haben. Im Falle von Wonder Man muss man allerdings erwähnen, dass es wahrscheinlich die Action-ärmste Auskopplung des gesamten MCU darstellt. Phasenweise muss man sich gar die Frage stellen, wo die Reise eigentlich hingehen soll.

Womöglich ist auch dieser Faktor als metaphorisch zu betrachten, beachtet man den Rest der Serie. Die Schattenseiten Hollywoods quasi. Simon ist von seinen ungewollten Kräften geplagt und hier gibt sich die Serie erneut greifbar. Doch auch muss angemerkt werden – Er ist nicht der erste MCU Charakter mit diesem Schicksal. Ähnliche Themen fanden bereits bei u.a. Sentry oder Hulk einen Einzug.

Das Fazit:

Wonder Man ist eine der wohl einzigartigsten Marvel Serien, welche wir bisweilen zu Gesicht bekommen haben. Die mit Ben Kingsley und Yahya Abdul-Mateen II hochrangig besetzte Serie bietet interessante Einblicke hinter die Kulissen Hollywoods und lässt das fiktive Marvel Cinematic Universe so gekonnt, mit der realen Welt verschmelzen. Wer klassische Superhelden-Action erwartet, wird wohl bitter enttäuscht. Selten war eine Marvel Produktion ärmer an Action, als diese. Schlimm ist das jedoch nicht. Vor allem die Persönlichkeiten, Gewissensbisse und ungleiche Freundschaften stehen hier im Fokus. Wenngleich die Serie das Rad keinesfalls neu erfindet, beweist sie eindrucksvoll, dass Comic-Adaptionen auch nach dutzenden Werken, noch mit neuen Facetten begeistern können.

Bewertung: 4 von 5.
  • Erstveröffentlichung: 28.01.2026
  • Regie: u.a. Destin Daniel Cretton, Tiffany Johnson
  • Darsteller: u.a. Ben Kingsley, Yahya Abdul-Mateen II, Zlatko Buric, X Mayo
  • Folgen: 8
  • Staffel: 1
  • Laufzeit: je 30-35 Minuten
  • Freigabe: ab 12 Jahren
  • Genre: Superhelden, Drama, Abenteuer
  • Eigenständig: Ja (Marvel Cinematic Universe Anbindung)
  • Studio: Marvel Studios
  • Verfügbar auf: Disney+

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