Daredevil - Matt Murdock
Comic Kritiken

Der Tod von Daredevil – Kritik – Lohnt die Rückkehr?

Der Tod von Daredevil bildet die Rückkehr des Teufelskerls aus Hell´s Kitchen nach Deutschland. Zwar trat das Alter Ego von Matt Murdock in anderen Reihen auf, doch auf einen einzelnen Band von Stan Lee´s Kreation warteten Deutsche Marvel-Leser vergeblich. Die Story von Charles Soule und Phil Noto ist seit dem 07.01.20 im Handel erhältlich und umfasst dabei über 170 Seiten. Ob sich das lange Warten gelohnt hat? Das erfahrt ihr in meiner Kritik.

Der Comic "Der Tod von Daredevil"
Der Tod von Daredevil aus dem Hause Panini Comics (Bild: Renes Nerd Cave/Panini Verlag)

Daredevil – Der Mann ohne Furcht!

Wilson Fisk (in der Netflix-Adaption eindrucksvoll von Vincent D´Onofrio verkörpert) ist der rechtmäßig gewählte Bürgermeister der Stadt New York. Dem zu Hause von Helden wie Spider-Man, Captain America oder eben unserem titelgebenden Helden – Daredevil. Doch ist Fisk das wirklich, oder gelang der Kingpin der Unterwelt lediglich durch Betrug in sein Amt? Dieser Frage will der Mann ohne Furcht nachgehen, denn er hat Beweise, welche gegen den König der Unterwelt sprechen. Als plötzlich sein „Zwillingsbruder“ Mike Murdock auf der Bildfläche erscheint, steht der Teufel vor einigen Fragen…

Daredevil wurde 1964 von niemand geringerem als Mr. Marvel höchstpersönlich kreiert – Stan Lee. Lange Zeit wurde dem Antihelden hinterher gesagt, er sei eine Art Kopie von Spider-Man. Doch abgesehen davon das sich beide Charaktere durch die Häuser-Schluchten New Yorks schwingen und sie ab und an gemeinsam das Böse bekämpfen, sind sie von Grund auf verschieden. Während Spidey immer guter Laune ist und vor allem Kinder begeistern kann, ist der Charakter von Matt Murdock und seinem Alter Ego viel düsterer und bietet spätestens nach Frank Millers Run am Charakter vieles, was älteren Lesern zu gefallen weiß. So handelt Der Tod von Daredevil nicht nur von dem Kampf gegen den Kingpin, sondern auch davon, wie verletzlich Hell´s Kitchens Beschützer ist.

Ein Blick ins Innere des Comics
Ein Blick ins Innere des Comics (Bild: Renes Nerd Cave/Panini Verlag)

Der Tod von Daredevil – Auch inhaltlich?

Der Tod von Daredevil bildet den Abschluss von Charles Soules (Der Tod von Wolverine) Run. Leider ist diese Ausgabe nur eine von zwei, welche Panini Comics hierzulande veröffentlicht hat. Lediglich „So Finster die Nacht“ erschien hier bereits 2018. Dort trug DD einen charismatischen, schwarzen Anzug! Der Rest blieb uns bis heute leider verwehrt! Trotzdem lässt sich die Geschichte relativ gut und ohne Vorwissen lesen. Soule und Zeichner Phil Noto haben eine Geschichte mit vielen, guten Ansätzen, einer ansprechenden Optik und einer Portion Spannung kreiert. Eine Story, welche sowohl für Fans als auch für Einsteiger geeignet ist. Letzteren würde ich dennoch empfehlen, zunächst eine eher klassische Story rund um Marvels Antihelden zu lesen. Eben um ein Gefühl für den Charakter zu bekommen.

Neben allerhand Gegnern wie Electro, Hammerhead oder eben dem Kingpin, gibt es auch diverse Auftritte bekannter Helden der Marvel Historie. Unter anderem ein Charakter der New Mutants und diverse Avengers sowie Charaktere aus Daredevils Vergangenheit. Das Soule gerade Mike Murdock ausgegraben hat, wundert schon etwas. Immerhin war der Charakter seit fast 50 Jahren in der Versenkung der Marvel-Katakomben gefangen. So weiß die Idee zunächst zu gefallen, doch im verlauf der Geschichte, wird das Potential dieser nicht sonderlich gut ausgenutzt – schade! Im Allgemeinen bleibt viel Potential ungenutzt.

Daredevil - düster wie immer
Daredevil im Gespräch mit einem Verbündeten (Bild: Renes Nerd Cave/Panini Verlag)

Der Tod von Daredevil

Neben dem ungenutzten Potential rund um den Charakter Mike, ist es vor allem die zweite Hälfte des Comics, welche Möglichkeiten vergibt. Liegt es an den Gerüchten, dass Soule die Reihe früher beenden musste als geplant? Das könnte möglich sein. Gegen Ende fühlt sich vieles leider etwas übereilt an. So gäbe es vieles, wo gerne tiefer ins Detail hätte gegangen werden können. Trotzdem weiß die Geschichte zu gefallen! Neben einem interessanten, neuen Gegner, beschäftigt sich die Geschichte vor allem mit einer Frage: Wie verletzlich sind Matt Murdock und sein teuflisches Alter Ego? Daredevil muss sich eingestehen, dass er einen entscheidenden Unterschied zu seinen Mitstreitern hat – er ist trotz seiner übernatürlichen Fähigkeiten nur ein Mensch!

In meinen Augen bietet das Ende der Geschichte einen überraschenden, aber passenden Abschluss. In dieser Form hätte ich es zwar absolut nicht erwartet, doch blickt man auf den Verlauf der Geschichte, ergibt es Sinn. Auch entschädigt es ein wenig das verschenkte Potential. Die letzten 10 Seiten können sich, nicht zuletzt dank der extrem passenden Zeichnungen von Noto, mehr als sehen lassen!

Das Fazit:

Zwar hat Der Tod von Daredevil einige Schwächen in seiner Erzählweise, doch lesenswert ist die Geschichte allemal! Da der restliche Inhalt von Charles Soules Run fehlt ist es erfreulich, dass die Geschichte auch eigenständig funktioniert. Mit den Klassikern wie Born Again von Frank Miller, In den Armen des Teufels von Kevin Smith oder allem, was Brian Michael Bendis jemals über den Teufel geschrieben hat, kann diese nicht mithalten. Doch die Geschichte hat ihren eigenen Stellenwert. Spätestens nach Beendigung des Comics wird dieser ersichtlich. DD ist eben doch nicht so unsterblich… oder? Diese Frage müsst ihr euch schon selbst beantworten. Fans des Charakters können ohne Bedenken zugreifen und ich empfehle euch – tut es! Wer weiß, wann es das nächste Wiedersehen gibt.

  • Erstveröffentlichung: 07.01.20
  • Verlag: Panini/HIER erhältlich
  • Preis: 17,99€
  • Seiten: 172
  • Autor: Charles Soule
  • Zeichner: Phil Noto

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